Sliding Away
Staatstheater Hannover - Ballhof 1
Ein Theaterstück von Zombies, die einen Film drehen wollen | von Toshiki Okada
In apokalyptischen Zeiten florieren Monster. Sie werden zum Sinnbild der Krise und tanzen uns den Sound des Untergangs. Zombies zum Beispiel — zum Leben erweckte Untote, die zu Hauf Städte und Dörfer überfallen oder verschreckte Unschuldige in Autos einkesseln. Von Viren oder Bakterien mutierte, menschenähnliche, aber doch seelenlose Wesen, die mit abschreckendem Horror das Menschliche als bedrohte Norm konstruieren. Serien wie „The Last of Us“ oder „The Walking Dead“ geben eindrücklich Zeugnis von unserer anhaltenden Faszination ...
In apokalyptischen Zeiten florieren Monster. Sie werden zum Sinnbild der Krise und tanzen uns den Sound des Untergangs. Zombies zum Beispiel — zum Leben erweckte Untote, die zu Hauf Städte und Dörfer überfallen oder verschreckte Unschuldige in Autos einkesseln. Von Viren oder Bakterien mutierte, menschenähnliche, aber doch seelenlose Wesen, die mit abschreckendem Horror das Menschliche als bedrohte Norm konstruieren. Serien wie „The Last of Us“ oder „The Walking Dead“ geben eindrücklich Zeugnis von unserer anhaltenden Faszination für das untote Leben.
Der japanische Autor und Regisseur Toshiki Okada dreht den Spieß in seinem neuen Stück nun um: Was, wenn nicht die Zombies das Problem sind, sondern wir — die Menschen? Denn wer entscheidet, was normal und existenzberechtigt ist? Und haben Zombies wirklich keine Seele? Fünf Zombies rütteln am Korsett ihrer Zuschreibungen und arbeiten an einem Gegen-Narrativ mit dem Ziel, das menschengemachte Außenbild zu korrigieren. Und wie ginge das besser als mit einem eigenen Zombiefilm? Einem Film „mit Zombies, von Zombies, für Zombies“! Am Set dieses Drehs, der nicht so recht in Gang kommen will, entspinnt sich ein doppelbödiger, absurder und kluger Dialog über Repräsentation und (Un-)Menschlichkeit, der das Potential zur Zombie-Komödie hat.
Toshiki Okada wird „Sliding Away“ in Hannover und Tokio zur Aufführung bringen.
Regie
1973 in Yokohama geboren, erschafft er mit seiner Kompanie Chelfitsch seit 1997 Inszenierungen, die sich durch eine eigenwillige und zarte Formsprache auszeichnen und die Position des Menschen in einer Welt der radikalen Umbrüche untersuchen. Toshiki erschafft in seinen Arbeiten oft Szenarien und Bildsprachen einer durchkapitalisierten Welt, mit denen er die menschliche Existenz und ihre Widersprüche im Spätkapitalismus erforscht. Seine Arbeiten stoßen weit über Japan hinaus auf große Resonanz und sind auf internationalen Theaterfestivals zu erleben. Seine Inszenierungen „The Vacuum Cleaner“ für die Münchner Kammerspiele und „Doughnuts“ für das Thalia Theater Hamburg wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen.
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