Piano Duo: Elias Stemeseder & Georg Vogel
Loft
Der Zugang zu verschiedenartiger Beschaffenheit und Intensität im Zusammenklang über ein übergreifendes Tongruppendenken stellt die Ausgangsbasis dar, um variable Definitionen von Kon- & Dissonanz auf temporären Ebenen aufzuteilen, und diese über ein sensibilisiertes Selbstverständnis der Zwölftönigkeit miteinander ...
Der Zugang zu verschiedenartiger Beschaffenheit und Intensität im Zusammenklang über ein übergreifendes Tongruppendenken stellt die Ausgangsbasis dar, um variable Definitionen von Kon- & Dissonanz auf temporären Ebenen aufzuteilen, und diese über ein sensibilisiertes Selbstverständnis der Zwölftönigkeit miteinander komunizieren zu lassen. Dieses Bewusstseit zur variablen Klammersetzung lässt in diesem Duo-Repertoire unterschiedliche diesbezügliche Schwerpunkte zusammenkommen: ins hörbare Licht gerückt wird dabei vor allem auf improvisatorische Art und Weise. Auf der Grundlage vorausgehender breit gefächerter kompositorischer Konzeption kommt es dabei zu kombinatorisch vielzähligen temporären Rollenaufteilungen im vierhändigen Ensemble. Eindeutigerweise oder fließend ineinander verschränkt ergeben dabei zwanzig Finger einen plastischen, gleichermaßen konzeptionell und spontan intuitiv modulierenden, abwechselnd kontrahierenden und expandierenden Klangkörper.
Die Dynamik der klanglichen Bewegungsart entwickelt sich auf einem Weg durch das abendliche Programm über kompositorisch vage wie höchstpräzise vorbestellte Felder aus der Feder der Pianisten. Dabei entsteht aus dem Aufeinandertreffen der offen in alle Richtungen ausgerichteten verinnerlichten improvisatorischen Ausdrucksmöglichkeiten eine permanent neu untersuchte Dringlichkeit zur Fortspinnung der im Moment geborenen Assioziationskette; auf dem Felde stark polyrhythmischer Gerüste, in gewogener langsam getragener Gesanglichkeit, bei impulsiver akkordaler Vehemenz, bei Versteckspielen mit motivischer Eindeutigkeit, bei der Untersuchung Verwandtschaften, bei formalem Maskenspiel, bei intervallischem Stabhochsprung gleichwohl wie beim Ausbreiten sanft auf und absteigender Klanghänge.
www.georgvogel.net
elias-stemeseder.com/
Klingt so ähnlich:
georgvogel.bandcamp.com/album/...
Im Spannungsfeld von Jazz, Improvisation und elektronischer Musik zähl Elias Stemeseder (*1990 in Salzburg) zu den markantesten Pianisten und Klangforschern seiner Generation. Früh klassisch ausgebildet, wandte er sich bereits als Jugendlicher intensiv dem Jazz zu und studierte unter anderem am Jazzinstitut Berlin, wo er seine künstlerische Handschrift entscheidend formte.
International bekannt wurde Stemeseder durch seine langjährige Zusammenarbeit mit dem US-Schlagzeuger Jim Black. Im Jim Black Trio sowie in weiteren Projekten entwickelte er eine eigenständige Klangsprache, die rhythmische Komplexität, harmonische Offenheit und klangliche Experimentierfreude verbindet. Neben dem akustischen Klavier arbeitet er intensiv mit Synthesizern, Samplern und elektronischen Setups – stets mit dem Anspruch, improvisierte Musik in neue klangliche Räume zu führen.
Stemeseder ist sowohl als Sideman wie auch als Bandleader gefragt und bewegt sich souverän zwischen europäischer und New Yorker Szene. Er arbeitete unter anderem mit dem Avantgarde-Komponisten John Zorn sowie zahlreichen prägenden Stimmen der zeitgenössischen Improvisationsmusik. Seine Projekte wie das Duo Stemeseder-Lillinger stehen exemplarisch für eine kompromisslose, energiegeladene Ästhetik zwischen Jazz, Neuer Musik und elektroakustischer Forschung.
Ein künstlerischer Meilenstein ist sein Soloalbum Piano Solo (2022) beim Schweizer Label Intakt Records. Darauf zeigt sich seine ganze Bandbreite: von fragiler, introspektiver Klangpoesie bis zu strukturell dichten, rhythmisch vielschichtigen Improvisationen. Das Album unterstreicht seinen Ruf als Pianist mit außergewöhnlicher formaler Klarheit und klanglicher Vision.
2023 wurde Stemeseder mit dem Deutscher Jazzpreis als Pianist/Keyboarder des Jahres ausgezeichnet. Zudem war er „Artist in Residence“ im legendären New Yorker Venue The Stone, einem zentralen Ort für avantgardistische Musik.
Heute pendelt Elias Stemeseder zwischen Europa und den USA und gilt als prägende Stimme einer Generation, die Jazz nicht als Stil, sondern als offenes künstlerisches Forschungsfeld versteht. Seine Musik steht für radikale Neugier, technische Präzision und die konsequente Erweiterung pianistischen Ausdrucks in akustische wie elektronische Dimensionen.
Georg Vogel (*1988 in Salzburg) ist ein österreichischer Pianist, Komponist, Improvisationsmusiker, Instrumentenbauer und eine zentrale Figur der zeitgenössischen Jazz- und improvisierten Musikszene. Er wuchs in Salzburg auf und erhielt bereits seit 1995 klassischen Klavierunterricht; später studierte er Jazzpiano und Komposition an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, wo er 2011 seinen Bachelor mit Auszeichnung abschloss. Darüber hinaus besuchte er Workshops bei namhaften Musikerpersönlichkeiten wie Jim Black, George Garzone, Ralph Alessi und Drew Gress.
Vogel ist besonders bekannt für seine experimentelle Auseinandersetzung mit mikrotonalen Stimmungssystemen, insbesondere mit 31-Töne-Systemen, die weit über die herkömmliche 12-Töne-Oktave hinausgehen. Dafür hat er mehrere eigene Instrumente entwickelt und gebaut, darunter verschiedene Varianten des 31-Ton-Claviton-Keyboards, die ihm ermöglichen, neuartige Klangwelten und erweiterte Tonräume zu realisieren.
Als Musiker ist er in zahlreichen eigenen Formationen und Ensembles aktiv. Er leitet das Ensemble Dsilton (mit David Dornig und Valentin Duit) und ist Gründungsmitglied von Gruppen wie Flower (mit Raphael Preuschl und Michael Prowaznik) und Tree (mit Andreas Waelti und Prowaznik). Zudem spielt er im Trio GeoGeMa (mit Gerald Preinfalk und Matheus Jardim) und tritt regelmäßig als Solist oder in Duo-Besetzungen auf, u. a. zusammen mit dem Pianisten Elias Stemeseder.
Vogels musikalischer Ansatz ist geprägt von einer tiefen Neugier auf rhythmische und harmonische Innovation, Improvisation und dem Zusammenspiel von kompositorisch strukturierten Elementen mit freien klanglichen Erkundungen. Seine Werke bewegen sich an der Schnittstelle von Jazz, Neuer Musik und experimenteller Tonforschung und gelten als inspirierend für die zeitgenössische Improvisationsszene.
Zu seinen Auszeichnungen gehören mehrere Preise aus frühen Jahren, darunter der Fidelio-Wettbewerb der MUK in Wien (2009 und 2010), das Jahresstipendium für Musik des Landes Salzburg (2019) sowie der Förderungspreis für Musik der Stadt Wien (2024).
Die Konzerte im LOFT beginnen in der Regel gegen 20 Uhr - das LOFT öffnet jeweils um 19.30 Uhr.
Ausnahmen in der Winterzeit - zB an Sonntagen - sind möglich.
weitere Informationen zu den Preisen, Karten-Reservierungen und den Öffnungszeiten finden sich hier:
www.loftkoeln.de/de/karten/
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Elias Stemeseder – piano
Georg Vogel – piano
Sounds a bit like this:
georgvogel.bandcamp.com/album/...
This evening will feature a new program for two grand pianos, compiled from various compositional cycles by the two pianists—expanding on the repertoire of their debut recording DDIOFEO (Schattellit, 2022).
The approach to different textures and intensities in harmony through an overarching tonal group concept forms the basis for dividing variable definitions of consonance and dissonance into temporary levels and allowing them to communicate with each other through a sensitized understanding of twelve-tone music. This awareness of variable bracketing brings together different focal points in this duo repertoire: above all, it is brought to audible light in an improvisational manner. Based on a broad compositional concept, this results in a combinatorially numerous temporary division of roles in the four-handed ensemble. Clearly or fluidly intertwined, twenty fingers create a plastic sound body that is both conceptually and spontaneously intuitive, alternately contracting and expanding.
The dynamics of the tonal movement develop throughout the evening program via compositionally vague yet highly precise fields predetermined by the pianists. The encounter between the internalized improvisational expressive possibilities, which are openly oriented in all directions, gives rise to a constantly reexamined urgency to continue the chain of associations born in the moment; in the field of strongly polyrhythmic structures, in measured, slowly carried songfulness, in impulsive chordal vehemence, in hide-and-seek with motivic clarity, in the examination of affinities, in formal masquerading, in intervallic pole vaulting, as well as in the spreading of gently ascending and descending sound slopes.
www.georgvogel.net/
elias-stemeseder.com/
At the intersection of jazz, improvisation, and electronic music, Elias Stemeseder (born in Salzburg in 1990) is one of the most distinctive pianists and sound explorers of his generation. Trained in classical music from an early age, he turned his attention to jazz as a teenager and studied at the Jazz Institute Berlin, among other places, where he decisively shaped his artistic signature.
Stemeseder gained international recognition through his long-standing collaboration with US drummer Jim Black. In the Jim Black Trio and other projects, he developed a unique sound language that combines rhythmic complexity, harmonic openness, and a joy of sonic experimentation. In addition to the acoustic piano, he works intensively with synthesizers, samplers, and electronic setups—always with the aim of taking improvised music into new sonic spaces.
Stemeseder is in demand both as a sideman and as a bandleader, moving confidently between the European and New York scenes. He has worked with avant-garde composer John Zorn and numerous influential voices in contemporary improvisational music. His projects, such as the Stemeseder-Lillinger duo, exemplify an uncompromising, energetic aesthetic that blends jazz, new music, and electroacoustic research.
His solo album Piano Solo (2022), released on the Swiss label Intakt Records, is an artistic milestone. It showcases his entire range: from fragile, introspective sound poetry to structurally dense, rhythmically complex improvisations. The album underscores his reputation as a pianist with exceptional formal clarity and tonal vision.
In 2023, Stemeseder was awarded the German Jazz Prize as Pianist/Keyboardist of the Year. He was also Artist in Residence at the legendary New York venue The Stone, a central location for avant-garde music.
Today, Elias Stemeseder commutes between Europe and the US and is considered the defining voice of a generation that understands jazz not as a style but as an open field of artistic exploration. His music stands for radical curiosity, technical precision, and the consistent expansion of pianistic expression into acoustic and electronic dimensions.
Georg Vogel (born in Salzburg in 1988) is an Austrian pianist, composer, improvisational musician, instrument maker, and a central figure in the contemporary jazz and improvised music scene. He grew up in Salzburg and began taking classical piano lessons in 1995; he later studied jazz piano and composition at the Music and Arts University of the City of Vienna, where he graduated with honors in 2011. He also attended workshops with renowned musicians such as Jim Black, George Garzone, Ralph Alessi, and Drew Gress.
Vogel is particularly well known for his experimental exploration of microtonal tuning systems, especially 31-tone systems that go far beyond the conventional 12-tone octave. To this end, he has developed and built several instruments of his own, including various versions of the 31-tone Claviton keyboard, which enable him to realize novel soundscapes and expanded tonal spaces.
As a musician, he is active in numerous formations and ensembles of his own. He leads the ensemble Dsilton (with David Dornig and Valentin Duit) and is a founding member of groups such as Flower (with Raphael Preuschl and Michael Prowaznik) and Tree (with Andreas Waelti and Prowaznik). He also plays in the trio GeoGeMa (with Gerald Preinfalk and Matheus Jardim) and performs regularly as a soloist or in duos, including with pianist Elias Stemeseder.
Vogel’s musical approach is characterized by a deep curiosity about rhythmic and harmonic innovation, improvisation, and the interplay of compositionally structured elements with free sonic explorations. His works move at the intersection of jazz, new music, and experimental sound research and are considered inspiring for the contemporary improvisation scene.
His awards include several prizes from his early years, including the Fidelio Competition of the MUK in Vienna (2009 and 2010), the Annual Scholarship for Music of the Province of Salzburg (2019), and the Promotion Prize for Music of the City of Vienna (2024).
The concerts at the LOFT will generally start at around 8.00 pm CEST - the LOFT will open at 7.30 pm CEST.
Exceptions during wintertime - eg on Sundays - are possible.
Information about prices, ticket reservations and our opening times can be found here:
www.loftkoeln.de/en/tickets/
- 14.04.2026, 20:00 Uhr
Vincent Meissner Trio + special guest: Felix Hauptmann | live recording
- 16.04.2026, 20:00 Uhr
Steamboat Switzerland
- 17.04.2026, 20:00 Uhr
Komponierende Romantikerinnen einst und jetzt … | live recording
- 18.04.2026, 20:00 Uhr
IdN ACHSE by Max Autsch | live recording
- 19.04.2026, 20:00 Uhr
Johansson / Jarret / Von Martens
- 20.04.2026, 20:00 Uhr
SOLO Festival by Robert Landfermann – day 01 | live recording
- 21.04.2026, 20:00 Uhr
SOLO Festival by Robert Landfermann – day 02 | live recording
- 23.04.2026, 20:00 Uhr
Gilbert Paeffgen Trio – Magisches Klangdreieck | live recording
- 24.04.2026, 20:00 Uhr
AKW Aardestrup Kimmig Wissel
- 24.04.2026, 20:00 Uhr
AKW: Aardestrup Kimmig Wissel
- Piano