Synopsis
HOCH SITZEN ist an die (Film-)Kultur des ethnografischen Beobachtens angelehnt. Im Wald errichten Jäger und Forstarbeiter zwei sich direkt gegenüberstehende, sich belauernde Hochsitze, während sie von einer auf einem Hügel sitzenden Beobachterin observiert werden. Aufbau und feierliche Eröffnung der jagdlich nutzlosen Installation erscheinen wie ferne, feierliche Rituale, und die waidmännischen Akteure – in vollem Bewußtsein der eigenen, brüchig gewordenen Traditionen – berichten über das Nicht-Schießen, den ersten Schuß und ihre ethische Verbundenheit zum erlegten „Stück“.In der waldreichen Gegend um Battenberg (Eder) begleitete der Filmemacher und Künstler Oliver Gather die Protagonisten bei der Jagd. Er führte Interviews, besuchte Jagdhornbläser und ließ sich berichten, wie es sich anfühlt, Auge in Auge mit dem Wild über Leben und Tod zu entscheiden.