89 % der Deutschen wünschen sich ein anderes Wirtschaftssystem, laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung. Hier in Nordfriesland begnügt man sich nicht mit dem Wünschen, hier wird gehandelt. „Wir handeln gerne hier“, sagt Hans Pahl-Christiansen von der sozialen Einrichtung Husumer Horizonte. Nordfriesland ist Vorreiter, hier gibt es eine besondere Tradition mit Zusammenarbeit und Zukunftsgestaltung. Husumer Horizonte und 3 Dörfer an der Westküste, Breklum, Bordelum und Klixbüll haben sich gemeinsam einem alternativen Wirtschaftsmodell zugewandt: der Gemeinwohl-Ökonomie. Hier geht es um gesellschaftliche Werte statt um Profit, um Kooperation statt um Konkurrenz, um Nachhaltigkeit der Produkte, statt um das billigste Angebot. Die auf Gemeinwohl-Ökonomie spezialisierten Unternehmensberater Anke Butscher und Gerd Lauermann bringen es auf den Punkt: „Was tun die Gemeinden um diesen Planeten zu retten? Danach fragen wir.“ Auch Sven Giegold, EU Abgeordneter der Grünen in Brüssel, kommt zu Wort: „Es ist natürlich symbolisch, wenn drei Dörfer im Norden – die ja selber nachdenken müssen welche Zukunft sie haben, wenn der Klimawandel voranschreitet – dass die sagen, wir fangen an und warten nicht darauf, dass andere das tun.“ Simone Lange, Oberbürgermeisterin in Flensburg kann sich Gemeinwohl-Ökonomie ganz konkret auch für ihre Stadt vorstellen: „ Das wäre ein großartiges Wachstum, wo wir Wachstum auch ganz neu definieren, umdeuten können!“ Ist Gemeinwohl-Ökonomie eine Lösung für die zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft und den Klimawandel? Auf diese Frage sucht der Dokumentarfilm Antworten und porträtiert dabei die Bürgermeister der drei Gemeinden mit ihren zukunftsgerichteten Plänen auch ganz persönlich.
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