Synopsis
Weltpremiere als Online-Start: 20.12.2020Zwischen dem Abbau des Rades und dem Aufbau des Kreuzes ist Berlin für mich gestorben“. Das sagte der italienische Filmemacher Antonio Nábolo und meinte damit den Abbau des Räuberrades vor der Volksbühne zum Ende der Intendanz von Frank Castorf und den Aufbau des Kreuzes auf der Kuppel des Humboldtforums. Mitten in der Arbeit an seinem großen Film über Kultur und Politik in der deutschen Hauptstadt hat er sich mit seinem Team zerstritten und ist wieder abgereist. Und danach ist er verschwunden, einfach verschollen. Monate später versucht der Berliner Filmemacher Eberhard Spreng zu verstehen, was hier geschah. Er sichtet Nábolos teilweise geschnittenes Material: Unter anderem dessen Aufnahmen für die filmische Allegorie „Die Stadt und der Tod“, eine poetische Botschaft, die Trost spendet und zugleich alle Hoffnungen zunichte macht. Nahe des Ortes, an dem die ältesten Bildwerke des Homo sapiens gefunden wurden, verliert sich Nábolos Spur. Er hoffte dort, inmitten einer Landschaft aus Stein, das stählerne Rad und den „letzten Rest anarchistischer Kultur“ wiederzufinden. Im Filmessay Bye Bye Berlin trifft Nábolos bildmächtiger Filmtorso auf Aufnahmen des Berliner Dokumentarfilmers Eberhard Spreng: Sichtweisen des 20. und des 21. Jahrhunderts stoßen aufeinander und zwei divergierende Strategien, die Berliner Gegenwart zu verstehen. Das Resultat ist ein Film-im-Film-Abenteuer, eine Reise durch das Labyrinth der Berliner Geschichte und Gegenwart.
Bye Bye Berlin (2020). 53 Minuten, Farbe und Schwarz-Weiss. Super-16 und HD. Stereo; 16x9;
© Eberhard Spreng, 2020