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Allerweltskino e.V.

DAS ALLERWELTSKINO: EINE INTERKULTURELLE FILMREIHE ANGESICHTS EINER WELTWEITEN FILMISCHEN EINBAHNSTRASSE Was wir hierzulande im Kino zu sehen bekommen, ist ausgewählt. Längst nicht alle Filme, die gedreht werden, finden auch den Weg in unsere Lichtspieltheater. Dafür ist die Vormacht des in Hollywood produzierten Kinos weltweit zu stark geworden. Filme, die dort entstehen, sind überall auf der Welt zu sehen. Ein \'Terminator\' läuft in Zimbabwe wie in Belgien, in Argentinien und in Köln. Doch dieser kulturelle Austausch funktioniert nicht andersherum. ...

DAS ALLERWELTSKINO:
EINE INTERKULTURELLE FILMREIHE ANGESICHTS EINER WELTWEITEN FILMISCHEN EINBAHNSTRASSE

Was wir hierzulande im Kino zu sehen bekommen, ist ausgewählt. Längst nicht alle Filme, die gedreht werden, finden auch den Weg in unsere Lichtspieltheater. Dafür ist die Vormacht des in Hollywood produzierten Kinos weltweit zu stark geworden. Filme, die dort entstehen, sind überall auf der Welt zu sehen. Ein \'Terminator\' läuft in Zimbabwe wie in Belgien, in Argentinien und in Köln. Doch dieser kulturelle Austausch funktioniert nicht andersherum. Filme entstehen in Zimbabwe erst gar nicht. Nur wenige Spielfilme wurden dort je produziert, und die sind dann fast nie in Europa und wohl in keinem Fall in Hollywood zu sehen. Das ist schade. Ein Kind im Mekong-Delta dürfte durchaus mit Donald Duck und dem Jurassic-Park vertraut sein. Aber was wissen wir umgekehrt von ihm und seinen Märchen, Erzählungen, Traditionen?

Wie sich die Bilder gleichen ...

Kulturimperialismus wird dieser Sachverhalt gemeinhin genannt. Die gleichen Bilder und Geschichten überall auf der Welt normen die Phantasie, die Wünsche, die Sehnsüchte der Zuschauer. Die immer gleichen Erzählweisen - böse Zungen behaupten, in Hollywood würde ein einziger Film immer wieder neu gedreht - normieren die Wahrnehmungen, das Verstehen, das Begreifen und behindern den Zugang zu den traditionellen Erzählungen, Überlieferungen, Liedern, Werten. Wir dürfen uns nicht irren: Film ist ein Wirtschaftsgut, und hat mit Kultur nur insofern etwas zu tun, als es etwas davon transportieren muss, um ansprechend zu sein. Das soll aber bitteschön weltweit funktionieren, damit das Wirtschaftsgut Film weltweit ausgewertet werden kann. In Zimbabwe wie in Belgien, in Argentinien wie in Köln, und nicht zuletzt im Mekong-Delta sollen die Zuschauer gleich gerne Eintritt zahlen für einen Film aus Hollywood.

Globalisierung in der Erwartung

Deshalb müssen ihre Erwartungen gleich sein. Ihre Vorstellungen von einem \'guten\' Film müssen übereinstimmen. Also müssen ihre Vorstellungen durch immer gleiche Ware zur Übereinstimmung gebracht werden. Dementsprechend sehen die Programme weltweit gleich aus. Und: als mündiger Zuschauer, der ich gerne wäre, kann ich mich gar nicht für den Film aus Zimbabwe oder dem Mekong-Delta entscheiden, weil er wenig Chancen hat, gedreht zu werden, und wenn doch, so wird er in aller Wahrscheinlichkeit nicht in meinem Kino in meiner Stadt laufen. Die gewerblichen Kinos spielen aus wirtschaftlichem Interesse die finanziell erfolgreichen Filme. Städtisch subventionierte Kommunale Kinos und Bildungseinrichtungen versuchen bei enger werdenden Etats, ihre Arbeit mit hohen Zuschauerzahlen zu legitimieren und spielen oft ebenfalls erfolgreiche US-Produktionen nach. Fernsehsender richten ihr Programm am Verkauf der Werbeblöcke aus.

Ein paar Nischen

Es bleiben Nischen: die öffentlich - rechtlichen Fernsehanstalten überraschen ihre Zuschauer immer noch gelegentlich mit einer Produktion, die in einem Land der sogenannten \'Dritten Welt\' entstanden ist. Es gibt Kommunale Kinos (nicht in Köln) und wenige engagierte privat-wirtschaftliche Filmtheater, die Reihen aus fernen Ländern zusammenstellen. Und in den Städten Köln, Leverkusen, Bonn und Aachen gibt es das Allerweltskino.

Wie alles begann und warum es weitergeht

Das Allerweltskino entstand 1986 aus einem Zusammenschluss von film- und interkulturell interessierten Personen zur \'Gruppe Allerweltskino\' und aus dem Engagement der Veranstalter, dem Bildungswerk der Erzdiözese Köln, der Volkshochschule Köln sowie der Melanchthon-Akademie Köln. Ziel war es, Filme aus der sogenannten \'Dritten Welt\', über die \'Dritte Welt\' sowie zum interkulturellen Vergleich zu zeigen. Dies sollte unter den bestmöglichen Bedin-gungen geschehen, die Filme sollten also dort gezeigt werden, wofür sie gedreht wurden: im Kino.

Inzwischen 600 Filme

Als am 16. September 1986 der erste Film der Reihe Allerweltskino in Köln das Licht der Pro-jektoren erblickte, dachte wohl keiner der Mitarbeiter und Veranstalter daran, dass das Engage-ment der Mitarbeiter und das Interesse des Publikums über einen so langen Zeitraum ausrei-chen würde. Über 600 Filme sind seither Woche für Woche gespielt worden, fast 40.000 Zu-schauer haben Erfahrungen machen können, die herkömmlicherweise im Kino nicht zu machen sind: fremde Kulturen erzählen Geschichten aus nie zuvor gesehenen Landschaften, Geschich-ten, die so anders sind als die üblichen, gezeigt in fremdartigen Bildern. Es reden fremde Menschen in noch nie gehörten Sprachen, äußern andere Denkweisen. Der europäische Zu-schauer lernt: das gibt es alles auch. Und hat Spaß daran. Und fühlt sich gut unterhalten.

Wie das Programm entsteht

Die Mitarbeiter des Allerweltskino e.V. stellen das Filmprogramm zusammen. Dabei mischen sich Filminteressen, Kenntnisse aus Bildungsarbeit und entwicklungspolitischer Arbeit, ethno-logisches Wissen und Lust an Kulturarbeit. Ausgewählt werden Filme, die in den sogenannten Ländern der \'Dritten Welt\' entstanden sind, um sie, oft erstmalig, in Köln zu präsentieren. Dokumentarische Filme über Länder und Themen der \'Dritten Welt\' finden ebenso ihren Platz wie Filme zum interkulturellen Vergleich zwischen unserer und anderen Kulturen. Die Mitglieder des Allerweltskino e.V. besuchen Filmfestivals und bringen ihre speziellen Kenntnisse und Interessen in das Programm ein. Gezeigt werden sowohl Filme, die aus einem normalen Kino-verleih bezogen werden können als auch Titel, die - oftmals sehr aufwendig - aus dem Ausland beschafft werden müssen. Bezüge der Filmtitel untereinander lassen immer wieder kleine thematische Reihen innerhalb des Programms entstehen.

Wie man sich engagieren kann ...

Jeder Mitarbeiter betreut die von ihm vorgeschlagenen Titel, engagiert einen sach- oder länder-kundigen Referenten und leitet das Gespräch zwischen Referent und Publikum nach der Vor-führung. Diese Diskussionen nach dem Film erfreuen sich beim Publikum einer großen Beliebt-heit: bis zu 80 Prozent der Zuschauer bleiben. Gelegentlich - und wenn die finanzielle Situation es zulässt - ist es möglich, einen Filmemacher einzuladen, der seinen Film dem Publikum vor-stellt. Da diese Filme dann oft erstmalig in Köln laufen, mündet die Veranstaltung nicht selten in eine kleine Premierenfeier, an der sich Publikum und Mitarbeiter gleich gerne beteiligen.

Sonderveranstaltungen und Specials

Das hohe Niveau der Reihe Allerweltskino lässt dieses immer wieder zum Ansprechpartner für Sonderprogramme werden. Das - glücklose - Filmfestival Köln ließ sich im ersten Jahr eine Programmschiene vom Allerweltskino gestalten. Filmreihen etwa für das Kulturamt der Stadt Köln folgten, ebenso Kooperationen mit der Feminale, Filminitiativ Köln und anderen Kölner Organisationen, die sich in \'KINOaktiv - Arbeitsgemeinschaft Kölner Filminitiativen\' zusammen-geschlossen haben.

Beinahe das Aus

Zu Beginn des Jahres 1998 stand das Allerweltskino vor den Existenz bedrohendsten Problemen seit der Gründung der Filmreihe im Jahre 1986. Die bisherigen Mitveranstalter, das Bildungs-werk der Erzdiözese Köln und die Volkshochschule Köln stellten die Finanzierung des Pro-gramms ein. Damit schien eine Weiterarbeit unmöglich. Dass die Reihe dennoch fortgesetzt werden konnte, lag am Engagement der Kinobetriebe, in denen das Allerweltskino zu Gast war. Nach mehreren Jahren im Weißhaus - Kino übernahm das Metropolis - Lichtspieltheater die Filmbeschaffung und das gesamte wirtschaftliche Risiko. Zum September 2001 wechselte das Allerweltskino in das Off-Broadway Kino, das sich gleichermaßen risikobereit zeigt.

Eine neue Heimat

Das Off-Broadway-Kino in Köln blickt auf eine lange Tradition zurück. Seit den Sechziger Jahren bietet dieses Kino ambitionierten Cineasten ein gehobenes Programm. Jahrelang als Pro-grammkino geführt, waren dort immer wieder Filme zu sehen, die im üblichen Kinobetrieb niemals eine Chance hatten.
Nachdem das Off-Broadway im Januar 2001 frisch renoviert und modernisiert eröffnet wurde, bietet dieses Kino mit seinem anspruchsvollen Stammpublikum dem Allerweltskino einen idealen Abspielort für sein Programm. Die Sorgfalt bei Werbung und Vorführung, das Engage-ment der Kinomitarbeiter und das Ambiente eines liebevoll geführten Kinobetriebes werden ein Übriges für den Erfolg der Reihe tun.

Auch auf der rechten Rheinseite

Seit 2003 werden die meisten Filme des Allerweltskinos auch im Rechtsrheinischen gezeigt: die Volkshochschule in Kalk wurde neuer Mitveranstalter und führt die Filme in der Regel mittwochs nach der Vorführung im Off Broadway auf.
Hinzu kommt das Engagement der Mitglieder des 1997 aus der Gruppe heraus gegründeten Allerweltskino e.V., die weiterhin das Programm planen, ihre Kenntnisse und Interessen ein-bringen und die auch in Zukunft Filme aus der \'Einen Welt\' und uns fremden Kulturen an dem Ort vorstellen wollen, wo sie hingehören: im Kino.

Das Allerweltskino wird regelmäßig gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln, einzelne Filme, Reihen und Projekte durch die Filmstiftung NRW, die NRW-Stiftung Umwelt und Entwicklung und durch InWent.

    Allerweltskino e.V.
    Zülpicher Straße 24
    50674 Köln [ Innenstadt ]
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