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Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Was ist die Kunst im Film? Eine subjektive Haltung! Die von mir verfassten angedeuteten Argumente und Schilderungen bieten nur einen Anhaltspunkt und stellen in keinerlei Hinsicht eine allgemein gültige Wahrheit dar. Es ist ein subjektiv gezeichnetes Bild, dass jeder für sich interpretieren möge, wie es zu ihm passt. In der Anstalt spielt die Kunst schlechthin die Hauptrolle. Die Frage lautet, was dem Wort A. Kunst und B. seinem Inhalt angedeutet werden kann. Ich behaupte einfach, dass der Begriff Kunst einer völlig subjektiven Betrachtungsweise ...

Was ist die Kunst im Film?
Eine subjektive Haltung! Die von mir verfassten angedeuteten Argumente und Schilderungen bieten nur einen Anhaltspunkt und stellen in keinerlei Hinsicht eine allgemein gültige Wahrheit dar. Es ist ein subjektiv gezeichnetes Bild, dass jeder für sich interpretieren möge, wie es zu ihm passt.
In der Anstalt spielt die Kunst schlechthin die Hauptrolle. Die Frage lautet, was dem Wort A. Kunst und B. seinem Inhalt angedeutet werden kann.
Ich behaupte einfach, dass der Begriff Kunst einer völlig subjektiven Betrachtungsweise unterliegt, was eine geschichtlich, aufgezeigte Zuordnungen einschließt.
Von der Höllenmalerei, einer Art Markierung zu gegebenen Festlichkeiten und sowie einer Beschwörung und Anbetung der Götter. Und vielleicht auch eine Markierung der Sippe. Des sich Wiederfindens innerhalb einer Gruppe. Abgrenzungsprinzip aus Überlebensgründen.
Später wurde aus der Götteranbetung (Vielfalt) eine Gottheit. Eben die kirchlich motivierte Malerei und Bildhauerei. Diese wurde von der Kirche als Mittel benutzt, um sich selbst zu erhöhen. Also einen Abstand zwischen Mensch und Kirche. Und eine der Macht untergeordnete Größe, die mit dieser gesellschaftlichen Macht nicht zu tun hatte. Ein toller Widerspruch. Die Kirche nimmt etwas für sich in Anspruch und hat nicht gemerkt, dass sie Transporteur von ganz etwas anderem ist.
Und noch später kam der Gedanke auf, nur noch Kunst um der Kunst Willen zu machen. Der Prozess als Ergebnis. Oder vielleicht auch nach dem buddistischen Gedanken: Der Weg ist das Ziel.
Eine Querverbindung?
In der Antike gab es die sieben Künste. Grammatik, Dialektik und Rhetorik sowie Geometrie, Arithmetik, Astronomie, und Musik, die einem „freien Mann“ zur Verfügung stehen sollten. Ha, ha!
In der Gegenwart liegt eine andere Aufgliederung vor: Die bildende Kunst wie Malerei, Bildhauerei, Architektur. Des weiteren die darstellende Kunst wie Theater, Tanz und Filmkunst.
Die Musik und die Dichtung. Von der Epik, dem Drama und der Lyrik. Und die neuen Medien Hörfunk, Fernsehen sowie Internet nicht zu vergessen.
Mich als in dieser Gegenwart lebenden Menschen erscheinen da schon die zwanziger Jahre etwas schärfer gestellt. Der kreative – man möchte fast meinen- kollektive Ausbruch der Kunst zu neuen Höhen vor deren eigener Eliminierung. Die Frage dürfte erlaubt sein, was von was abhängig gewesen ist.
Und zu guter Letzt das Produkt der 60er Jahre. Eine Reaktion auf eine bewusste, unbewusste Handlung der Eltern. Zum Beispiel Beuys, der den Menschen zum Gesamtkunstwerk erhoben hat.
Und der Satz, dass eben jeder Mensch ein Künstler ist. Mit seiner Tat Mitbegründer der Grünen zu sein, hat er sich selbst auf eine politische Ebene gesetzt. Und damit auch von der Kunst entfernt. Was die direkte Gegenwart betrifft, so scheint es bei mir eine Unschärfe zu geben, die die Betrachtung fast unmöglich macht. Vielleicht liegt es in der Sache selbst. Wenn man Teil eines Brötchens ist, sieht man in den meisten Fällen nicht das ganze Brötchen.
Was die eigene subjektive Wahrnehmung angeht und diese in der eigenen Subjektivität zu äußern, ist die einzige Chance, sich der Frage an die Kunst zu nähern. Wie betrachte ich als Ego die Kunst.
Eben subjektiv.
Also beginne ich mit einem Bild. Einem Stück Musik. Einem Drama. In ihnen wohnt immer der
gleiche versteckte Geist, wenn diese oder jene Gattung den Kern des Dahinters trifft. Ein goldener
Schnitt im Ohr. Eine Spannungsfläche in der Musik, die unbewusst einen Krümmungsgrad von mir
aus der Einsteinschen Relativitätstheorie aufweist. Ich könnte jedem Gegenstand auf dieser Welt
eine Annäherung dieses unaussprechlichen Zustandes zuschreiben. Das gleiche gilt auch für den
Mensch. In sich und durch sich selbst. Eben ein Brötchenkrümmel.
Der einzige Unterschied ist nur, dass ES sich über verschiedene Sinnesorgane mitteilen.
Also nehmen wir ein Ölgemälde. Das fällt mir die Mona Lisa ein. Viele Rätsel um ein Bild. Nach
meiner subjektiven Aussage ist Da Vinci ein Wurf geglückt, den auch nur er als Person erschaffen
konnte. Und warum ist da so? Warum reagieren die Menschen auf dieses Bild ähnlich. Weil es die
Subjektivität einerseits aufhebt und andererseits doch Subjektiv ist. Sprich es zeigt alles, was einen
Menschen betrifft. Von der Männlichkeit bis zur Weiblichkeit. Vom Lachen bis zum Weinen. Von
einer Ernsthaftigkeit bis zum Schelm. Vom Knaben zum Mann. Vom Mädchen zur Frau. Das Bild
liegt genau in der Mitte aller Menschlichkeit. Und doch ist es nicht menschlich, weil es eben alles
und Nichts in sich vereint. Und es spricht somit auch jeden an. Eben eine gewisse Vollkommenheit,
die auch jeder Mensch in sich trägt. Wieder die eines Brötchenkrümmels. Hierbei ist aber die
Proportion zu beachten.
Kandinsky hat versucht, in der Malerei eine allgemeine Sprachregelung zu finden, ähnlich dem
Notensystem in der Musik. Das Notensystem hilft allein aber nicht weiter. Es braucht die Seele
dazu, die imstande ist, es auch auszufüllen. Zumindest in solch einer weit ausgereiften Form. So hat
es auch nur bis auf wenige Ausnahmen die H-Moll-Messe von Bach geschafft, sich einem Mona
Lisa Bild in seiner vollendeten Struktur anzunähern.
Wenn ich von einer Seele spreche, meine ich natürlich einen Menschen. Eine Gruppe von
Menschen, die imstande ist, in einem in sich und durch sich selbst geschlossenen System einen
Organismus zu erschaffen, der wie schon gesagt, genau eine Struktur aufweist, die wie sie bei der
Mona Lisa zur Geltung kommt.
Ich habe von einem geschlossenen System gesprochen. Und hier wären wir jetzt bei einem
Kinofilm. Meinem inneren Anliegen.
Kommen wir noch einmal auf die Mona Lisa zurück. Wenn ich in der Lage wäre, diese Struktur
eines solchen Bildes in die eines Filmes zu übertragen, hätte ich mein Ziel in diesem Leben erreicht.
Jetzt eine dreiste Behauptung. Das ganze Leben besteht aus Komplimentären. Im Großen wie im
Kleinen. In der sogenannten Zeit in sich und mit sich verwoben, dass in jeder Situation der
goldenen Schnitt aufrecht erhalten wird. Hierbei sei erwähnt, das der goldene Schnitt nicht
ausschließlich eine statische Angelegenheit ist. Denn dann würde er in der Musik nicht vorhanden
sein. Er ist es aber. Ähnlich wie des Aufbaus eines Dramas.
Jetzt noch eine weitere Perspektive. Wir sehen auf einem grünen Rasen ein altes Fachwerkhaus
stehen. Und in einem Fenster, kaum sichtbar, sitzt eine Stoffpuppe. Unten an einer Ecke des Hauses
sehen wir einen Erdungsstab, der nicht angeklemmt ist. Das grün-gelbe Kabel hängt daneben. An
dem Haus führt ein Weg vorbei. Und auf diesem Weg laufen in einem angemessenen Abstand
hintereinander ein Kind, ein Maurer, ein Zimmermann, ein Dachdecker, ein Klempner, ein
Elektriker, ein Statiker und ein Architekt an diesem Haus vorbei. Was sieht jede einzelne Person.
Genau was sie selbst betrifft. Das Kind entdeckt das, was die anderen bewusst überhaupt nicht
wahrnehmen. Die Puppe. Ein Maurer wird sagen, da pfeift es ja schon durch die Fugen. Ein
Zimmermann wird sagen, dass einige Balken unbedingt ausgetauscht werden müssten. Der
Dachdecker erkennt, dass einige Ziegel fehlen. Der Klempner würde sagen, dass die Dachrinnen
unbedingt gemacht werden müssten. Der Elektriker würde auf jeden Fall das nicht angeschlossene
Erdungskabel sichten. Der Statiker würde sagen, dass er diesem Haus maximal nur noch drei Jahre
gibt, bevor es zusammen bricht. Und der Architekt würde sagen, dass man doch aus dieser alten
bezaubernden Hütte ein attraktives Fachwerkhaus mit Wintergarten machen könnte.
Was will ich damit sagen. In diesem Gesamtbild pickt sich jeder Mensch das heraus, was ihn
persönlich betrifft. Eben in der Hauptsache aus Sicht seiner Berufswahl und damit auch aus Sicht
seiner Erfahrungen. Eine Ehefrau würde vielleicht zu ihrem Ehemann sagen: In diese Bruchhütte
ziehe ich nicht ein. Also wieder eine persönliche Betroffenheit, die nur eine beschränkte
Betrachtung auf Dinge und Situationen zu lässt.
Also bin ich jetzt an einem Punkt angelangt, dass sich jeder das herauspickt, was zu ihm passt. Ich
könnte auch sagen, dass jeder Mensch seelisch, körperlich und von mir aus auch gen-technisch auf
eine bestimmte Wellenlänge geeicht ist. Von mir aus auch Drogen oder Hormonlevel genannt. Hier
sei deutlich gesagt, dass der Mensch keine Räume färbt, sondern von Räumen gefärbt wird. Und in
erster Linie sind es menschliche Räume, die da färben. Es ist nie ein Einzelner, der einem Raum die
Farbe vorgibt. Es ist immer ein Kollektiv, was durch die Generationen wandert, was diesen oder
jenen Raum ausmacht. Eben in den Weichzeiten eines Menschen, also von der Schwangerschaft bis
zum Ende der Pubertät, in der dieser eine Mensch in einer bestimmten Konstellation einerseits
hardwaretechnisch so wie emotional geformt und eingestellt wird. Die Gene sind dabei ein fester
Bestandteil. Und wenn es überhaupt keine Formung, sprich ein Minimum an Ansprache und
Streicheleinheiten gibt, so geht dieser Mensch ein. D.h. wie es Kaiser Wilhelm in einem Experiment
mit Säuglingen durch geführt hat. Man stelle sich einen Kugel vor, in der ein Variantenreichtum
von Möglichkeiten einer menschlichen Persönlichkeit von Null bis Null entstehen kann. Natürlich
gehen diese mit klimatischen und damit kulturellen Eigenschaften einher.
So differenziert sich die Menschheit in verschiedene Richtungen aus und sieht immer nur das, was
ihn persönlich etwas angeht. Also wird in jedem Fall die eigene Färbung mit der Außenwelt immer
und immer wieder abgeglichen. So wie sich zum Beispiel die Zahlen entwickelt haben. Ich als
eins. Du als zwei. Mit der Drei aber tritt etwas neues in der Zahlvorstellung auf. Ich und Du: mit
dem steht das Ich noch in Spannung, was aber darüber ist, das ES, ist das Dritte, das Viel, ist die
Welt. - Die alte sumerische Zählreihe beginnt 'Mann – Frau – viel'. Oder ein alter Sakai auf
Malakka auf die Frage nach seinem Alter die Antwort gab: 'Herr ich bin drei Jahre alt'. Zwei ist für
ihn das Du, das Nahe, mit dem er lebt, sich verbunden fühlt, unterhält: das aber tut er nicht mehr
mit dem ES, dem Drei, das ist für ihn das Viel, das Fremde, Unübersehbare.
Manche Forscher vermuten mit guten Gründen, dass in den Zahlwörtern eins – zwei – drei die
Wurzeln der Fürwörter dies – das – jenes stecken, ja dass deren uralte Formen zu den ersten drei
Zählwörtern wurden. (Zahlwort und Ziffer von Karl Menninger)
Ähnlich verhält es sich mit unseren Namen, die sich in früheren Zeiten an unserer Eigenart –
Rotkopf, unserem Beruf – Müller, oder unserer Gegend – Karl von Moor fest machten.
Dahinter steckt dann wohl die Angst vor etwas Unbekannten. Also nicht meinem zu hause
Zuzuordnendes. Eben nicht meiner Drogen, meinem Geruch entsprechend. Und alles was ich nicht
an Farbe bin, kann ich auch nicht verstehen und will es vielleicht auch nicht.
Ich fasse noch einmal zusammen. Es gibt dieses eine Konstrukt, auf das die Mona Lisa hindeutet.
Es ist quasi das Bauernhaus. Jeder sieht etwas anderes. Eben seiner emotionalen Ebene
entsprechend und das auch noch in einer bestimmten Gemütsverfassung. Denn selbst in einem
gefärbten Raum Mensch gibt es noch Schwankungen, die durch die Zeitlaufpassung der Gene
bestimmt wird. Wie zum Beispiel dem Biorhythmus. Dem kompletten Austausch der Zellen
innerhalb von sieben Jahren. Den Wechseljahren etc..
So und jetzt sitzt solch ein Mensch in einem Kino und sieht einen Film. Was passiert mit ihm. Die
erste Frage lautet für mich aber: Warum hat dieser oder jener Mensch genau diesen Film
ausgewählt. Entweder hat er sich durch einen Vorturner in den Medien dazu anstecken lassen. D.h.
Er fühlt sich persönlich betroffen. Vielleicht findet ja die Frau den Mann, oder der Mann die Frau
sexy, den sie als Schauspieler in dem einen oder anderen Interview gesehen haben. Das wäre die
unterste, aber wirkungsvollste Ebene. Oder ein Intellektueller fühlt sich von der Formulierung einer
Kritik angesprochen. Und wieder eine andere Ebene könnte sagen, dass dieser Film erst ab achtzehn
Jahren freigegeben ist. Also wieder tiefste Schublade. In der Mehrzahl sorgen Frauen dafür, das ins
Kino gegangen wird. Denn sie sind in erster Linie für das soziale Netz zuständig. Und zum sozialen
Netz gehört das Geschichten erzählen dazu. Denn im Grunde ist es nichts anderes, als eine über
Jahrtausende eingeübte Möglichkeit, dass eigene Leben der Familie, Sippe wiederzuspiegeln. Sich
zu vergewissern, das man da ist. Inklusive einem Mitteilungsbedürfnis und somit indirekt und direkt
eine Zuwendung und somit Streicheleinheiten zu erhalten bzw. auszutauschen.
Oder es geht um ein Date. Dann interessiert wieder nur die unterste Schublade.
Warum sind es die Frauen, die die meisten Bücher – sprich Geschichten lesen.
Dann sollte ich jetzt wohl in der Zeit wieder ein Stück zurück gehen. Überall wo Menschen vertraut
miteinander umgehen, Muße und Phantasie geschätzt wird und man sich Zeit nimmt, frei zu
erzählen und zuzuhören, so wird ein Raum gebildet, indem neue Geschichten geboren oder
modifiziert werden. Wer hat den Kinder die Gutenachtgeschichte am Bett erzählt. Es waren in erster
Linie die Mütter. Oder die Oma. In der Regel waren es nicht die Väter. Die Väter haben sich ihre
eigenen Geschichten erzählt (Prahlhans - Konkurrenzkampf). Im Rückschluss betrachtet bildeten
diese Geschichten ein Traditionsbewusstsein aus. Eben einer Kultur zugehörig. Einer Abgrenzung.
Das hat wohl dann auch mit der Expansion der Völker zu tun. Je mehr Menschen, desto mehr
Flächenbedarf und desto mehr Nahrungsbedarf und somit mehr Rohstoffbedarf, je nach dem in
welchen Klimazonen gelebt wurde und wird. Das hat auch in erster Linie Krieg bedeutet und
Bedrohung der eigenen Sippe.
Also ist eine Geschichte indirekt eine Anleitung zur Überlebensstrategie. Und hier spielt die Angst
als Triebfeder eine große Rolle. Immer und zu jeder Zeit auf unvorhergesehene Situationen gefasst
zu sein.
Also gehen Menschen traditionell ins Kino, um eine Gutenachtgeschichte zu hören und gleichzeitig
den Genpool auf zukünftige, erst in der Phantasie verhaftete, später in der Realität stattfindende
Ereignisse vorzubereiten. Oder um stattgefundene Trauma aus der Vergangenheit zu verarbeiten
und langfristig im Genpool neu zu ordnen. (Natürlich in einem kausalen Zusammenhang zu
betrachten – was mich eben persönlich betrifft.) Ich möchte behaupten, das es nichts gibt, was
keinen Sinn in einer Gesellschaft machen würde. Also einer Zuordnung, um menschliches Leben zu
gewährleisten. Und sei es die absurdeste Idee in einem Film, mit den Raumschiffen im Universum
herum zu fliegen und Kriege mit anderen Raumschiff-Flotten zu führen. Hier geht es wieder um das
gleiche Prinzip. Sich abgrenzen zwischen sich und dem Befremdlichen. Den eigenen Genpool am
Leben erhalten und zum Überleben zu verhelfen. Und hier setzt wieder das Thema Angst ein.
Warum macht sich ein Autor Gedanken über die Zukunft. Aus einer subjektiv empfundenen
sozialen Verantwortung gegenüber seiner eigenen Sippe heraus, auf alles und jedes gefasst zu sein.
Sozusagen ein Vorwarnsystem für die eigene Sippe. Oder als Korrekturmöglichkeit oder
Bewusstseinsschärfung. Wachsamkeit?
Jetzt komme ich wieder auf die Mona Lisa zu sprechen. Die Konstruktion, die zwischen allem
steckt. In unserem Fall wäre es das Drehbuch. Eben die Geschichte, die erzählt werden will.
Dann fragen wir doch einen Autor. Warum will er unbedingt eine Geschichte erzählen. Hat er zu
viel Phantasie, die einfach nur aus ihn heraus will. Oder ist er in seiner Kindheit gezwungen
worden, Welten zu erfinden, die ihm die Möglichkeit boten, aus einer für ihn unerträglichen
Alltagssituation auszubrechen. Eben in die Welt der Phantasie zu flüchten, um sich selbst das
Überleben zu ermöglichen. Es sollte auf jeden Fall heißen, dass jemand eine innere Notwendigkeit
von Kindheitsbeinen an in sich tragen sollte und es auch tut, damit er die Kraft und Ausdauer hat,
Geschichten auch so zu formulieren, dass sie von anderen Menschen nachvollzogen werden
können.
Und erst recht bei einem Anspruch an die Filmkunst.
Sich eben an eine inhärente übergeordnete Struktur zu halten, die einem Kunst-Film inne wohnt.
Hierbei sei ein Buch erwähnt. Joseph Campbell – der Heros in tausend Gestalten. Er hat eine
umfassende Vergleichung und Deutung der großen Mythen, Volkssagen und Religionen und der
ihnen zugrunde liegenden Konstanz und Einheitlichkeit vorgenommen. Hierbei geht es um eine Art
Typologie der schöpferischen Phantasie des Menschen.
Das gemischt mit der eigenen subjektiven Erfahrung – (je tiefer in das eigene Unterbewusstsein
eingedrungen wird, desto näher rückt man der Konstruktion, die zwischen allem steckt.) - zu der ich
stehe. Egal was in einem für Phantasien schlummern, wird daraus eine neue Sicht auf bekannte
Strukturen. Eben sich selbst zu neutralisieren. Oder anders herum. Empathie für jedes nur denkbare
menschliche Schicksal aufzubringen.
Meine Behauptung. Jeder Mensch hat einen Grund, warum er so und nicht anders reagiert. Und der
liegt ganz tief unten in der Kindheit begraben. Und das gilt für jede Figur. Manchmal erscheint es
mir als eine aus kausal verketteten Umständen heraus getriebene Tat, die eine Figur zur Handlung
zwingt. Eben einer inneren Notwenigkeit gehorchend. In erster Linie eben einen Ausgleich schaffen
in der inneren Welt der subjektiven Logik zwischen Anerkennung und Bestrafung und somit in
jedem Fall Anerkennung, respektive Aufmerksamkeit in welcher Form auch immer durch die Tat zu
gewinnen. Und das auch noch alles aus einer Sicht eines Kindes, obwohl die Figur sich bereits in
einen Erwachsenenalter befindet. Ohne jegliche Anerkennung ist der Mensch zum Tode verurteilt.
Auch wenn die Figur es nicht bewusst weiß, so wird sie alles aufs Spiel setzen, um zu überleben.
Sich gewahr werden durch eine Tat. Eben das Leben am eigenen Körper zu spüren, egal ob dabei
ein anderer Mensch zu schaden kommt oder nicht. Ich kann es auch die körpereigene Droge
nennen, die in der Kindheit implementiert worden ist. Schwingungen, die durch den Raum, in dem
die Figur aufgewachsen ist, sich in ihr verinnerlicht haben. Sobald diese Figur diesen Raum
verlässt, d.h. „Erwachsen wird“, sucht sie sich den in ihr innewohnenden verwandten Raum. Ganz
gleich über welche Sinnesorgane es an die Synapsen weitergeleitet wird. Es muss verwandt sein,
mit dem was in der Figur wohnt. Wir können es auch Musik nennen, die dann durch einen Körper
rauscht, wenn eine Tat vollzogen wird. Man ist bei sich zu Hause angekommen. Noch drastischer
formuliert, versucht jede Figur in den Bauch der Mutter zurückzukehren. In die absolute in
Proportion zum restlichen Leben nicht zu überbietende Sicherheit, die gelebt worden ist. Nur ihr
stehen die eingeprägten Werte im Weg, die zwischen Schwangerschaft und Ende der Pubertät
liegen. Die das Selbst in ihrem eigenen subjektiven Wert ausmacht. Es ist nicht anders als es ist. Es
kann auch nichts anderes sein, als es ist. Und selbst wenn es eine andere Farbe annehmen wollen
würde. Es hilft nichts. Es sei denn durch Psychopharmaka. Im Grunde aber auch schon vorher
angelegt, dass es zu dieser Medikation kommt, eben weil dadurch Leben unter welchen Umständen
auch gewährleistet wird. Das Überleben! Dagegen gesetzt die Angst vor dem Tod. Vor dem
Nichtsein, was in einem ganz egal wie auch gearteten Leben auf Teufel komm heraus nicht gewollt
wird. Man will nicht ein Nichts sein. Man will wert sein. Das ist anscheinend der Tod nicht.
Obwohl bei manchen Figuren das Leben durch einen dermaßen inneren Druck so unerträglich wird,
dass ES zum Selbstmord führt. Der Tod vielleicht doch eine brauchbare Lösung?
Also gibt es meiner Ansicht nach für einen Drehbuch-Autor keine Grenze, was in und um ein
menschliches Schicksal herum windet. Selbst wenn die Figur weder Moral noch Ethik besitzt. Denn
hierbei ist das Gerüst der Geschichte wichtiger, als die Figur für sich isoliert betrachten.
Da ein jenes Gerüst in jedem Menschen innewohnt, und es durch einen persönlichen Zufall im
Sinne von zufallen, oder durch eine auf zufallende, aber durch ein Massenphänomen (was wiederum
dem persönlichen Zufall gleich kommt) ausgelöste Situation kommt, so kann eine Figur zum Wohltäter
oder auch zur Bestie werden. Je nachdem was für eine Initialzündung vor liegt und das Fass bei
dem oder denen zum überlaufen bringt. Also auf eine Entspannung hinwirkt. Beruhigung.
Nach dem Drehbuch sei das Schauspiel erwähnt. Herbei gilt ähnlich wie beim Drehbuchautor ein
ähnliches Muster. Ohne Skrupel, ohne wenn und aber imstande sei, sich auf diese oder jene Figur
einlassen zu können. D.h. Sie in und auf seinem Seelenboden zuzulassen, ohne dabei in Panik zu
geraten. Das setzt natürlich eine stabile Persönlichkeit voraus, die mit großem Selbstbewusstsein
ausgestattet ist. Selbstbewusstsein meint eben, mehr über sich zu wissen, als nur die Etikette seiner
selbst zu sehen.(Eine Anekdote erzählt, dass ein Schauspieler den Faust gegeben hat. - Die
Strategie, an diese Rolle heranzugehen hieß in diesem Fall, die Rolle nur anzunehmen, wie als wenn
man einen Mantel anzieht, ohne seine Schwere zu erkennen und nicht weiß, ob man imstande ist,
diese Last zu ertragen. BEWUSSTSEIN seiner selbst? Was passierte. Die Geschichte sackte auf
seinen Seelenboden. Er war auf einmal Faust und kam nicht mehr aus seinem Hotelzimmer heraus.
Die Vorstellung wurde gestrichen.)
Was will ich damit sagen. In der Filmkunst ist es unabdingbar, dass der Schauspieler in der Lage
ist, von vornherein gegenüber jeglicher Rolle ihr mit einer offenen Empathie begegnet.
Vorausgesetzt er hat das Selbstbewusstsein dazu. Wer Angst vor diesem oder jenen hat, sollte die
Finger davon lassen. Denn hier geht es um die Figur im Film und nicht um einen persönlichen
Versuch, Streicheleinheiten in welcher Form auch immer abzugreifen.
Denn der Erfolg einer Geschichte hängt von ihrer Wahrhaftigkeit ab. D.h. Wir sitzen wieder im
Kino und sehen auf der Leinwand ein menschlichen Gesicht vor uns. Und ob wir es nun wollen
oder nicht, nimmt unser Unterbewusstsein in Bruchteilen von Sekunden das Muskelspiel im Gesicht
des Schauspielers wahr. Dazu kommt die Körperhaltung und die Sprachmelodie. Ist das nicht
deckungsgleich mit dem was die Figur in einem Film erzählt, glaubt der Zuschauer erst der Figur,
dann dem Film nicht. Und somit ist jegliche Kommunikation zwischen Zuschauer und dem Film
gestört. Und somit hätte man sich den Film sparen können. Und als Kunstwerk bricht es
logischerweise in sich zusammen, weil nicht mehr zugesehen und zugehört wird. (Die Mutter oder
Oma hat ihre Geschichte aus ihrem Lebenserfahrungen weitergegeben und das zum Zwecke des
Überlebens.) (Die wollen mich verarschen- heißt es dann nach Ende der Vorstellung. Die wollen
nur mein Geld.)
Was hat die Kamera noch zu zeigen? Das was im Hintergrund, sozusagen hinter dem Schauspieler
zu sehen ist. Ein weiterer zum Hauptdarsteller positionierter Schauspieler. Oder eine Farbstruktur.
Oder eine Bewegung, die erhöht oder vermindert, je nach dem, in welch emotionaler Situation die
Figuren gerade stecken.
Hierbei gilt es grundsätzlich mit den Zutaten wie Hintergrund, Bewegung, Musik sparsam bzw. in
einem sehr aufeinander abgestimmten Verhältnis zueinander zu reagieren. Z.B. das nicht ein
Komplementär mit einem gleichgewichtigen Komplementär eine Überfrachtung erzeugt. Ähnlich
wie in einem Museum, das in sich schon ein Kunstwerk ist und dabei vergisst, dass es zum Zwecke
einer Bilderausstellung konzipiert wurde. D.h. der Grund für den Bau dieses Museums ist somit
hinfällig. Es sei denn, das innerhalb eines Films die Abfolge zu einem der folgenden Bild als
Gegenspieler passt.
Also wenn das Drehbuch von seiner Struktur her in sich schlüssig ist, ganz abgesehen, was dort an
sozialen Auseinandersetzung gezeigt wird, so sollte doch das Sujet nicht vergessen werden. Eben
einer Grenzüberschreitung zwischen lebenden Menschen und Nicht-Menschen (Götter,
Verstorbene, Tiere, Gegenstände oder auch gerade Menschen, die außerhalb eines gewöhnlichen
Menschenbildes stehen.- so z.B. eine Möglichkeit besteht, in der Zukunft in den Kosmos zu einem
anderen Planeten zu reisen und etwas ganz anderes zu sein, als der Mensch es in seiner heutigen
Form ist. Denn wir wissen ja mittlerweile, das sich beim Betreten des Kosmoses die
Knochenbildung einstellt. Das die Ionenstrahlung den Menschen immer noch schadet, solange sie
sich nicht durch weitere Populationsraten immunisieren. Ich will damit sagen, dass die Menschen,
die eines Tages im Komos auf einem anderen Planeten leben werden, ob sie nun wollen oder nicht,
sich vom jetzigen menschlichen Antlitz entfernen. Denn dort herrscht ein uns nicht bekanntes
Klima. Und Räume färben bekanntlich Lebewesen.
Ich will damit sagen, dass Visionen unbedingt zu einem Film-Kunstwerk dazu gehören. Es muss ja
nicht immer gleich der Kosmos sein. So wie z.B. erst heute Da Vinci's zeichnerische Erfindungen
sich als reale Konstruktionen im Nachbau bewiesen haben. Oder vielleicht durch einen neuen Filter
oder eine weitere Öffnung zum eigenen Unterbewusstsein ein bekanntes Muster zu einer ganz
anderen Struktur mutiert und zu etwas ganz anderem wird, als wir es je bewusst hätten sehen
können. Ich könnte diese Ansätze unendlich fortführen.........................
Dann gibt es die Mannschaft, die durch ihre Mitarbeit den Film mit möglich macht. Hier mischt
sich eine Geschichte aus mehreren Gentöpfen. Die Ausstatterin, die Kostümbildnerin, der
Kameramann oder von mir aus auch Frau und die vielen anderen Menschen, die sich mit der
Geschichte auseinandersetzen müssen, um ihre eigenen Energien freizusetzen. Denn wenn sie es
nur aus ernährungstechnischen Gründen tun, hat der Film schon im voraus einen schlechten
Beigeschmack. Denn er ist mit ihnen nicht identisch, wenn es annähernd nicht ihre Droge ist. Auch
wenn ein Mensch nicht bewusst darüber nachdenkt, so fühlt er es zumindest und verhält sich
dementsprechend. Man braucht sieben positive Meinungen, um gegen eine schlechte Meinung zu
neutralisieren. Und das an einem Set.
Dann kommt der Schnitt des Film hinzu, bei dem in der Mehrheit der Machtinhaber versucht, ihn so
polieren, das er massentauglich wird. Was heißt das? Hier spielt ganz klar ein Angst mit hinein, die
persönlicher Natur ist und nichts im Kunst-Film zu suchen hat. Angst um die eigene Macht. Angst
um den eigenen Posten. Angst um das Geld. ect..
Es sei denn, es geht beim Film um eine Nichtkunst. Das widerspräche sich aber in meinen
Ausführungen, weil ich nach wie vor annehme, das der Kinofilm Kunst ist. Und sich damit auch zu
beschäftigen hat. Eben mit dieser gewissen Struktur, die zwischen den Zeilen steht.
Es ist schon schwierig genug, all die erwähnten Positionen so miteinander zu verknüpfen, dass
zumindest die Chance besteht, dass daraus ein Kunstwerk entstehen kann. Das ist zumindest ein
Ziel, was sich lohnt, anzugehen. Eine Geschichte, die in sich und durch sich selbst eine
Geschlossenheit bildet, die einer Dokumentation ähndelt, aber keine ist. Eben wie gelebt wirkt und
trotzdem außergewöhnlich, eben unfassbar in ihrer Ganzheit ist. Es sollte mit allen erdenklichen
Mitteln, egal aus welcher Wissenschaft oder Kunstrichtung die Information fließt, gearbeitet
werden und keine Grenzen gesetzt werden. Das nenne ich Anstalt für experimentelle
Querverbindungen.
© 2006 Andreas Niederau-Kaiser

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