Historisches Archiv der Stadt Köln
Das Historische Archiv der Stadt Köln ist eines der bedeutendsten europäischen Kommunalarchive nördlich der Alpen, Kölner Stadtgedächtnis und Informationsspeicher für Wissenschaft und Forschung aus aller Welt. Urkunden und Akten der städtischen Verwaltung von den mittelalterlichen Anfängen bis in die heutige Zeit bilden zusammen mit zahlreichen Nachlässen bedeutender Persönlichkeiten und Sammlungen eine dichte Überlieferung, die Antworten auf zahlreiche Fragestellungen an die Geschichte Kölns und des Rheinlands gibt. Wir verwahren circa 30 Regalkilometer ...
Das Historische Archiv der Stadt Köln ist eines der bedeutendsten europäischen Kommunalarchive nördlich der Alpen, Kölner Stadtgedächtnis und Informationsspeicher für Wissenschaft und Forschung aus aller Welt. Urkunden und Akten der städtischen Verwaltung von den mittelalterlichen Anfängen bis in die heutige Zeit bilden zusammen mit zahlreichen Nachlässen bedeutender Persönlichkeiten und Sammlungen eine dichte Überlieferung, die Antworten auf zahlreiche Fragestellungen an die Geschichte Kölns und des Rheinlands gibt.
Wir verwahren circa 30 Regalkilometer Unterlagen ab dem 9. Jahrhundert, darunter etwa 62.000 Urkunden, fast 2.000 Handschriften und Originale von Albertus Magnus, Jacques Offenbach, Giuseppe Verdi, Karl Marx, Heinrich Böll und Konrad Adenauer. Auch die abgebildete Seite aus dem Goldenen Buch der Stadt mit dem Eintrag des Kölner Erzbischofs Joseph Kardinal Frings "Cöllen alaaf!" anlässlich seiner Erhebung zum Kardinal im Jahr 1947 befindet sich im Bestand.
Das Kölner Stadtgedächtnis ist nach dem Einsturz vom 3. März 2009 mittlerweile an zwei Standorten wieder für Sie erreichbar: Im Provisorium am Heumarkt 14, 50667 Köln, steht Ihnen ein digitaler Lesesaal zur Verfügung. In unserem Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum Frankfurter Straße 50, 51147 Köln, können Sie bereits wieder erste Originale einsehen. Das Angebot wird laufend erweitert. Auch hier können Sie digitale Arbeitsplätze nutzen.
Das Gedächtnis der Stadt - Aufgaben einer Institution
Die folgende Darstellung des Historischen Archivs basiert auf einem Vortrag, der im Rahmenprogramm zur Ausstellung "Köln 13 Uhr 58. Geborgene Schätze aus dem Historischen Archiv" gehalten wurde.
Im Vergleich zu anderen Kommunen begann die Stadt Köln sehr früh damit, sich um die Sicherung ihrer Urkunden zu kümmern. Der 1407 erbaute Rathausturm war auch zur Aufbewahrung der schriftlichen Dokumente gedacht, die zunächst hauptsächlich juristisch oder politisch von dauerhafter Bedeutung waren. Das Archiv war in dieser Zeit kein Ort der Überlieferungssicherung aus kulturellen Gründen. Jedoch wurden damals die Grundlagen dafür geschaffen, dass heute - 600 Jahre später - das Historische Archiv der Stadt Köln zu den bedeutendsten europäischen Kommunalarchiven zählt.
Die frühe Sorge um die städtischen Urkunden und später um die städtischen Akten gewährleistete, dass in Köln vieles die Jahrhunderte überdauerte, was andernorts durch Kriege, Katastrophen und Vernachlässigung verloren ging.
Professionalisierung im 19. Jahrhundert
Handschrift aus der Sammlung von Ferdinand Franz Wallraf: Evangeliar aus Sankt Pantaleon - Köln, 9./10. Jahrhundert
© Stadt Köln/Historisches Archiv
Mit dem Ende der reichsstädtischen Zeit im späten 18. Jahrhundert verloren die meisten der sorgsam gehüteten Dokumente ihren juristischen und praktischen Wert. Erst jetzt wurden sie zu dem, was man heute als "kulturelles Gedächtnis" bezeichnet. Dass dieses Gedächtnis nicht vernachlässigt wurde, ist verschiedenen Kölner Persönlichkeiten - wie beispielsweise dem Natur- und Kunstliebhaber Ferdinand Franz Wallraf - zu verdanken, die sich intensiv für seine Bewahrung engagierten.
Dabei ergänzten sie die städtische Überlieferung um zahlreiche Dokumente aus den geistlichen Institutionen im Stadtgebiet, aus Familien- und Privatbesitz oder von sonstigen Einrichtungen. Sie sammelten diese zunächst selbst, um sie später den Archiven, Bibliotheken und Museen ihrer Heimatstadt zur Verfügung zu stellen. Das seit dem Spätmittelalter angewachsene historische Erbe wurde auf diesem Wege - bis heute - laufend erweitert.
Gedächtnis der Stadt und Spiegel lokaler Lebenswelten
Im 19. Jahrhundert begann die Entwicklung zum modernen Kommunalarchiv, das sich nicht auf den bedeutenden Altbeständen ausruhte und dabei modernes Schriftgut vernachlässigte. Die Überlieferungen aus den Ämtern und Dienststellen der Stadt Köln, aber auch die zahlreichen Sammlungen und Nachlassbestände wuchsen stetig an. Das Archiv blieb lebendig, vermied eine einseitige Ausrichtung und stellt daher heute ein fast einzigartiges Ensemble von Beständen dar. Es spiegelt in außergewöhnlicher Weise nicht nur Politik und Recht wider, sondern auch Kulturleben, Alltag, Religion, Wirtschaft, Soziales, Bildung und manches mehr aus 1.000 Jahren Sammlungsgeschichte - für Köln, aber auch weit darüber hinaus.
Insgesamt beherbergt das Historische Archiv circa 30 Regalkilometer Archivalien, davon ungefähr:
22 Regalkilometer Akten
62.000 Urkunden ab dem Jahr 922
1.800 mittelalterliche und frühneuzeitliche Handschriften
1.400 Bände mit mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Rechnungen
Über 300.000 Karten, Pläne und Plakate
2.500 Tonträger, Filme und Videos
500.000 Fotografien
Daneben verfügen wir über eine umfangreiche Präsenzbibliothek, die eine zusätzliche Recherchemöglichkeit zu der Geschichte Kölns bietet.
Die große Herausforderung der nächsten Jahre wird daher sein, die eingelagerten Archivalien Stück für Stück zu sichten und in einer Datenbank so zu erfassen, dass ihre Zusammenführung in Köln sowie ihre Restaurierung möglichst schnell und professionell erfolgen können.
info@historischesarchivkoeln.de
stadt-koeln.de/leben-in-koeln/kultur/histo...
HomePage
- Historisches Archiv der Stadt Köln
Heumarkt 14
50667 Köln [ Innenstadt ]
Öffnungszeiten: nach Vereinbarung Öffnungszeiten des Digitalen Lesesaals: Dienstag, Donnerstag und Freitag, 9 bis 16:30 Uhr Mittwoch, 9 bis 19:45 Uhr