Ein Filmporträt über den Schweizer Künstler Albrecht Schnider und die Kunst des Sehens. Nicht nur die Kunstwelt hat sich in den letzten 60 Jahren weiterentwickelt, auch die Sehgewohnheiten haben sich radikal verändert. Die digitale Bildüberflutung lässt wenig differenziertes Betrachten zu. Umso mehr drängt sich die Frage auf, ob sich das Ringen um "Wahrheit" oder "Stimmigkeit" im Bild nicht längst als unzeitgemäß erledigt hat? Ein außergewöhnlicher Mann, ein scheuer Bauernsohn aus dem luzernischen Hinterland, der die Anonymität der Großstadt sucht, Kontakten ausweicht und doch bereit ist, sein Schaffen beobachten zu lassen und zu kommentieren. Der Schweizer Künstler Albrecht Schnider lebt in Berlin und lehrt an der Hochschule der Künste Bern. Da, wo er vor 30 Jahren begonnen hat, fokussiert er nun seinen Unterricht auf: Sehen – Empfinden – auf das eigene Schauen vertrauen. Längst werden seine Werke in Galerien international gehandelt. Museen widmen ihm Einzelausstellungen. So könnte es weitergehen: Erfolg, Wohlstand und ein beneidens-wertes Künstlerleben. Doch Albrecht Schnider möchte sich dem Tempo des Kunstmarkts nicht unterordnen. Die Produktion seiner großformatigen erfolgreichen Acrylgemälde reduziert er und beginnt eine neue Schaffensphase: Den Kern seiner Malerei sucht er zu ergründen, das Absolute im gestalterischen Gestus, das Wahrhaftige – oder wie auch immer man es nennen mag. Jetzt konzentriert sich Albrecht Schnider auf kleinformatige, monochrome Pinsel-Etüden. Das bedeutet unablässiges Malen, Betrachten und wieder Zerstören des eben Gestalteten. Oft wochen- oder gar monatelang an derselben Leinwand. Bis er nach ungezählten Versuchen plötzlich inne hält, sein jüngstes Werk betrachtet und feststellt: „Das Bild schaut mich an!“ Diesmal stecke mehr dahinter, erklärt er, ein Funken Wahrheit, ein Stück Authentizität, etwas ‚Endgültiges’, das allen vorgängigen Versuchen fehlte. Und nur dieses eine Bild wird Albrecht Schnider auf den Kunstmarkt bringen. Von den kleinen ‚endgültigen’ Leinwänden schaffen es neun zu einer Ausstellung ende 2015 nach New York. Der Erfolg bestätigt Schnider in seiner neuen ‚endgültigen‘ Schaffensphase. Namhafte New Yorker Kunstkenner wünschen sich mehr von diesen minimal intensiven Arbeiten für den amerikanischen Kunstmarkt, als Beispiel, wie sich mit wenig viel ausdrücken lässt.
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