Im fx.Center Potsdam-Babelsberg fanden die Dreharbeiten zu "9 Leben" statt, Maria Speths Dokumentarfilm über neun obdachlose Menschen. Während der Recherche für ihren Spielfilm lernte die Regisseurin Menschen ohne festen Wohnsitz in ihren extremen Lebensbedingungen und mit berührenden Lebensgeschichten kennen. In dem Film erzählen sie von sich selbst und ihren Erfahrungen auf der Straße. So entstehen Porträts, die das Besondere und Einmalige dieser Menschen zeigen und Klischees über Obdachlose in Frage stellen.
Beeindruckt von den Persönlichkeiten, ihrer Kraft und ihren Talenten, lässt Maria Speth ihre neun Protagonisten unkommentiert zu Wort kommen. Die Erzählungen der "9 Leben", die sich um Themen wie Familie, Drogen, Polizei und Erlebnisse mit dem Sozialstaat drehen, sollen so montiert werden, dass ein fiktives "Gespräch" zwischen den Beteiligten entsteht. So schildert beispielsweise Stöpsel, wie sie jahrelang am Breitscheidplatz geschnorrt hat, um Essen und Drogen zu kaufen. Heute lebt sie in Wedding und hat ihr fünftes Kind zur Welt gebracht. Gezeigt wird auch Krümel, der nach 20 Jahren Obdachlosigkeit immer noch übernachtet, wo es gerade möglich ist.
Auch sehr junge Menschen begegneten Maria Speth auf der Straße: Die 14-jährige Punkerin Liza besuchte bis vor kurzer Zeit ein musisches Gymnasium und spielte Cello. Vor sieben Jahren mit der Mutter und zwei Brüdern aus Kasachstan nach Deutschland gekommen, schläft sie bei einem ihrer Kumpels vom Alex und spielt mit den Punks Bierball im "Friedel".
In der Bundesrepublik leben mindestens 9000 Jugendliche vorübergehend oder dauerhaft auf der Straße. Die durchschnittliche Dauer des Straßenlebens beträgt fünf Jahre, erreicht aber auch fünfzehn Jahre und mehr. Fast 2000 dieser "Straßenkinder" halten sich in Berlin auf. Nur ein Drittel von ihnen ist auch dort geboren. Der Rest kommt aus Kasachstan, dem Kosovo, Chemnitz, Thüringen oder einem anderen Teil der Welt. Menschen, die schon im jungen Alter entschieden haben, von Zuhause wegzugehen und die gezwungen waren, auf der Straße zu leben. Manche von ihnen leben inzwischen auch in ehemals besetzten Häusern, betreuten Wohnheimen oder haben eine Familie gegründet.
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