Deutsche Oper Berlin

Fidelio

Dauer ca. 2 Stunden 30 Minuten / eine Pause

Apr
Adresse
Deutsche Oper Berlin Bismarckstraße 35 10627 Berlin [ Charlottenburg ] www.deutscheoperberlin.de

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)

Zum Stück
Im Geiste der Französischen Revolution komponiert, verhandelt FIDELIO die Frage nach individueller und kollektiver Freiheit angesichts tyrannischer Unterdrückung. Beethoven griff für die Arbeit an seiner einzigen Oper auf einen politischen Stoff zurück, der in der Tradition der französischen Rettungsoper wurzelt. Es ist die Geschichte einer todesmutigen Frau, Leonore, die ihren aus politischer Willkür inhaftierten Mann aus der Gefangenschaft befreit und damit einen politischen Umsturz auslöst. Dass sich in der Oper Elemente der deutschen Spieloper, Arien von romantischer Innerlichkeit, Orchesterzwischenspiele in tondichterischer Qualität und ein symphonisches Ende kreuzen, verweist in keiner Weise auf Beethovens musikalisches Unvermögen, eine schlüssige Oper zu komponieren. Vielmehr trägt die Form seiner revolutionären Vorstellung von Kontrastdramaturgie und Formsprengung Rechnung – je weiter Leonore in die Tiefen des Kerkers hinabsteigt, desto deutlicher tritt der existenzielle Kern des Dramas hervor. Die unbedingte Affirmation der Freiheit, der Menschenrechte und des Humanismus bricht sich schließlich im symphonisch angelegten, chorischen Finale Bahn, in dem Beethoven mit einem Zitat aus Schillers „An die Freude“ schon auf die Zukunftsmusik seiner „Neunten“ vorausdeutet. Die Oper wurde im Laufe ihrer Rezeptionsgeschichte von gegensätzlichen Lagern immer wieder politisch vereinnahmt, Leonore zur Ikone stilisiert. Und dennoch überstrahlt Beethovens in Musik gebannte Vision einer humanistisch geprägten Gesellschaft alle nachfolgenden Versuche, das Werk auf Eindeutigkeiten zu reduzieren.

Zur Inszenierung
David Hermann, der an der Deutschen Oper u. a. mit seinen Inszenierungen von so unterschiedlichen Werken wie DAS MÄDCHEN MIT DEN SCHWEFELHÖLZERN, ORESTEIA und DIE SACHE MAKROPULOS beeindruckt hat, nahm sich mit Bühnen- und Kostümbildner Johannes Schütz Beethovens Meisterwerk an. Das Nachdenken über Innen und Außen, Freiheit und Gefangenschaft, Macht und Ohnmacht steht im Zentrum ihrer Befragung. Für FIDELIO haben sie einen Bühnenraum erschaffen, der die von Beethoven und seinen Librettisten so eindringlich geschilderten Manipulationsmechanismen und Hierarchien des Gefängnisses in poetische Bilder übersetzt. Mit seiner sensiblen psychologischen Personenführung zeigt David Hermann die Deformationen, den Leidensdruck und die gefährliche Labilität der Figuren auf, die Teil dieses entfesselten Systems sind – sei es aus Zwang als Insassen oder „freiwillig“ als Wärter oder Angestellte. Auch Leonore begibt sich tief in dieses System hinein, reist von der Helligkeit ins Dunkel, während der Druck für alle beteiligten Figuren ins Unermessliche steigt. Kann Freiheit überhaupt gänzlich errungen werden, ohne dass daraus neues Leid hervorgeht?

Ort & Reihen

30.05.2024, 19:30 Uhr

William Forsythe

Juni

01.06.2024, 14:00 Uhr

Führung

01.06.2024, 15:30 Uhr

Familienführung

07.06.2024, 19:30 Uhr

Intermezzo

08.06.2024, 14:00 Uhr

Führung

Besetzung

  • Stephan Zilias Musikalische Leitung
  • David Hermann Inszenierung
  • Johannes Schütz Bühne, Kostüme
  • Ulrich Niepel Licht
  • Chor der Deutschen Oper Berlin, Jeremy Bines Chöre
  • Carolin Müller-Dohle Dramaturgie
  • Michael Bachtadze Don Fernando
  • Markus Brück Don Pizarro
  • Valentyn Dytiuk Florestan
  • Flurina Stucki Leonore
  • Tobias Kehrer Rocco
  • Lilit Davtyan Marzelline
  • Gideon Poppe Jaquino
  • John Irvin Erster Gefangener
  • Tadeusz Milewski Zweiter Gefangener
  • Orchester der Deutschen Oper Berlin Orchester

Besetzung

  • Stephan Zilias Musikalische Leitung
  • David Hermann Inszenierung
  • Johannes Schütz Bühne, Kostüme
  • Ulrich Niepel Licht
  • Chor der Deutschen Oper Berlin, Jeremy Bines Chöre
  • Carolin Müller-Dohle Dramaturgie
  • Michael Bachtadze Don Fernando
  • Markus Brück Don Pizarro
  • Valentyn Dytiuk Florestan
  • Flurina Stucki Leonore
  • Tobias Kehrer Rocco
  • Lilit Davtyan Marzelline
  • Gideon Poppe Jaquino
  • John Irvin Erster Gefangener
  • Tadeusz Milewski Zweiter Gefangener
  • Orchester der Deutschen Oper Berlin Orchester

Veranstaltungsort

Deutsche Oper Berlin

Es war fast eine kleine Kulturrevolution, die Berlins Bürger wagten, als sie vor mehr als hundert Jahren im damals noch unabhängigen Charlottenburg die Deutsche Oper gründeten. Ein eigenes Opernhaus, das explizit auch dem modernen Musiktheater von Richard Wagner an geweiht sein sollte – das war ein klares Gegenmodell zur ehrwürdigen Hofoper Unter den Linden. Und noch dazu war der Bau an der Bismarckstraße ...

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