Goethes berühmter Briefroman erzählt die Geschichte des jungen Werther, der aus seiner gewohnten Umgebung ausbricht, aufs Land in die Natur zieht und sich leidenschaftlich in Lotte verliebt, die aber bereits mit Albert verlobt ist. Seine unerfüllte Liebe und zunehmende Verzweiflung an den vorherrschenden gesellschaftlichen Strukturen treiben ihn schließlich in eine tiefe seelische Krise, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint. Doch Werther ist mehr als ein unglücklicher Liebender. Er ist ein Sinnsucher, der sich wie viele andere Menschen in ...
Goethes berühmter Briefroman erzählt die Geschichte des jungen Werther, der aus seiner gewohnten Umgebung ausbricht, aufs Land in die Natur zieht und sich leidenschaftlich in Lotte verliebt, die aber bereits mit Albert verlobt ist. Seine unerfüllte Liebe und zunehmende Verzweiflung an den vorherrschenden gesellschaftlichen Strukturen treiben ihn schließlich in eine tiefe seelische Krise, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint. Doch Werther ist mehr als ein unglücklicher Liebender. Er ist ein Sinnsucher, der sich wie viele andere Menschen in den Überforderungen dieser Welt zunehmend ohnmächtig und verloren fühlt.
Und genau da beginnt die Aktualität von Goethes Text, den er mit 25 Jahren schrieb, und macht ihn zugänglich für heutige Fragestellungen: Was wird aus mir, wenn die Klimakatastrophe unseren Lebensraum zerstört? Der Rechtsruck unsere Demokratien aushöhlt? Die KI die Hälfte unserer Arbeitsplätze auffressen wird und die Wehrpflicht uns oder unsere Kinder in die Kriege zu schicken droht? Was ist, wenn die schönste Zeit unseres Lebens bereits hinter uns liegt? Was gibt mir dann noch einen Grund morgens aufzustehen und lustvoll in den Tag, die Woche, die Zukunft zu schauen? Was habe ich für einen Platz in dieser Welt, die sich gar nicht für mich zu interessieren scheint? Wie kann ich trotz all dem Wahnsinn auf der Welt ein erfülltes Leben führen? Um Fragen wie diese kreisen die Leiden des jungen Werther und werden so zu einer gemeinsamen Suche nach Zuversicht in dunklen Zeiten.
Simon Solberg, geboren 1979 in Bonn, studierte Schauspiel an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Nach Engagements in Düsseldorf und Frankfurt am Main gab er 2005 mit »Odyssee reloaded« sein Regiedebüt am Schauspiel Frankfurt. In den folgenden zwei Jahren war Solberg als Hausregisseur dem Nationaltheater Mannheim verbunden, in der Spielzeit 2012/13 dann als Hausregisseur und Co-Schauspielleiter dem Theater Basel. Mit seiner Inszenierung des »Urgötz« eröffnete er im Herbst 2013 die Intendanz von Armin Petras am Schauspiel Stuttgart. Solbergs Arbeiten waren darüber hinaus u. a. am Münchner Volkstheater, am Deutschen Theater Berlin, am Schauspiel Köln, am Düsseldorfer Schauspielhaus und am Staatsschauspiel Dresden zu sehen. Seit der Spielzeit 2018/19 ist Simon Solberg fester Hausregisseur am Theater Bonn und inszenierte Stücke wie UNSERE WELT NEU DENKEN, VON MÄUSEN UND MENSCHEN oder DER GOTT DES GEMETZELS.
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