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Sissel Tolaas

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Die in Norwegen geborene Sissel Tolaas ist eine international anerkannte Geruchsforscherin und Künstlerin, deren Arbeit das Verständnis von Geruch als Form von Wissen, Kommunikation und kulturellem Gedächtnis grundlegend verändert hat. Mit einem interdisziplinären akademischen Hintergrund in organischer Chemie, Mathematik, Linguistik und Kunst – studiert an europäischen Institutionen, darunter Oxford – verf...
Die in Norwegen geborene Sissel Tolaas ist eine international anerkannte Geruchsforscherin und Künstlerin, deren Arbeit das Verständnis von Geruch als Form von Wissen, Kommunikation und kulturellem Gedächtnis grundlegend verändert hat. Mit einem interdisziplinären akademischen Hintergrund in organischer Chemie, Mathematik, Linguistik und Kunst – studiert an europäischen Institutionen, darunter Oxford – verfolgt sie seit 1990 eine konsequente, praxisbasierte Forschungstätigkeit, die dem Geruchssinn gewidmet ist. Ihre Arbeit verbindet forensische Chemie, chemische Kommunikation, sensorische Ökologie, Linguistik und bildende Kunst und schafft neue Rahmenbedingungen für das Verständnis von Geruch als Datenquelle, Sprache, Archiv und Umweltindikator. Im Jahr 2002 gründete sie das SMELL RE_searchLab Berlin, ein unabhängiges Labor, das weltweit mit Universitäten, Kunstinstitutionen, wissenschaftlichen Einrichtungen und Industriepartnern zusammenarbeitet. Das Labor leistet Pionierarbeit in den Bereichen chemische Kommunikation, Geruchsgedächtnis, Umweltsensorik und molekulare Konservierung. Tolaas wurde mit zahlreichen internationalen Auszeichnungen geehrt, darunter der CEW Award for Chemistry & Innovation (New York), der Rouse Foundation Award (Harvard GSD), der Ars Electronica Award (Linz) sowie mehrere Auszeichnungen im Rahmen von Synthetic Aesthetics (Stanford/Edinburgh). Im Jahr 2010 gründete sie das Institute of Functional Smells & EI Smell Coding und entwickelte das weltweit erste Smell Memory Kit. Ihre Arbeiten wurden in führenden Institutionen weltweit gezeigt, darunter das Museum of Modern Art, die Fondation Cartier pour l’art contemporain, die Serpentine Gallery, der Hamburger Bahnhof, das National Art Museum of China sowie auf bedeutenden Biennalen wie der Biennale von Venedig, der Kochi Biennale und der dOCUMENTA 13. Sie arbeitet mit Institutionen wie dem Massachusetts Institute of Technology (MIT), der Harvard University, dem Max-Planck-Institut für chemische Ökologie, der NASA, der ESA sowie mit Industriepartnern wie Adidas und Balenciaga (Kering Group) zusammen. Zu ihren groß angelegten Initiativen zählen das **World Smell Archive Berlin Lab mit über 20.000 Molekülen, 55 globale City SmellScapes sowie The Project Resurrecting The Sublime (in Zusammenarbeit mit Ginkgo Bioworks und Harvard). Ihre aktuelle Forschung konzentriert sich auf die Bewahrung olfaktorischen Kulturerbes (u. a. in Bahrain und Pompeji in Zusammenarbeit mit der UNESCO), auf Klima- und Wasserwegforschung in der nördlichen Hemisphäre (2026–2028) sowie auf den Aufbau neuer Geruchsforschungslabore zu den Themen Geruch, Emotion, Reaktion und Handlung, unter anderem im Nahen Osten sowie in Südostasien.
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