Fiston Mwanza Mujila wurde 1981 in Lubumbashi in der Demokratischen Republik Kongo geboren. Er studierte Literatur- und Humanwissenschaften, bevor er 2007 Lubumbashi verließ. Seit 2009 lebt er in Graz, wo er zunächst als Stadtschreiber wirkt und später afrikanische Literatur an der Universität unterrichtet – und das für ihn mittlerweile eine zweite Heimat geworden ist. International bekannt wird Fiston Mwanza ...
Fiston Mwanza Mujila wurde 1981 in Lubumbashi in der Demokratischen Republik Kongo geboren. Er studierte Literatur- und Humanwissenschaften, bevor er 2007 Lubumbashi verließ. Seit 2009 lebt er in Graz, wo er zunächst als Stadtschreiber wirkt und später afrikanische Literatur an der Universität unterrichtet – und das für ihn mittlerweile eine zweite Heimat geworden ist. International bekannt wird Fiston Mwanza Mujila mit seinem Debütroman Tram 83 (2014), der 2015 auf der Longlist des Man Booker International Prize stand und unter anderem den Etisalat Prize for Literature, den Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt, den Peter-Rosegger-Literaturpreis erhielt und mehrfach für die Theaterbühne adaptiert wurde. Neben Romanen schreibt Fiston Mwanza Mujila Lyrik und Theaterstücke – viele davon werden ausgezeichnet. 2024 wird ihm etwa der Preis der Literaturhäuser verliehen. Mwanza Mujila selbst vergleicht seine Texte mit Liedern – sie sollen gehört werden. Er will die Wörter aus dem Gefängnis der schriftlichen Fixierung befreien, sie erlebbar machen: «Die Schrift ermöglicht mir nicht, alles auszudrücken, was ich möchte. Ich brauche also den Mund, die Rezitation, um zu so etwas wie der letzten Beschreibung zu gelangen.» Diese enge Verbindung von Text und Musik macht Fiston Mwanza Mujila zu einer idealen Stimme für das zeitgenössische Musiktheater. Deshalb lädt ihn die Deutsche Oper Berlin in der Spielzeit 2026/27 zu einer Residency ein. Er wird das Opernprogramm schreibend begleiten und seine Perspektive kontinuierlich einbringen. So wird er etwa das Libretto für das Musiktheaterstück Sunville verfassen und dort auch als Performer zu erleben sein, in einem Unlimited Salon zur Produktion Otello den Stoff neu beleuchten und ein Schreib-Atelier mit seiner Expertise betreuen. Seine Arbeit wird aber auch über das Opernhaus hinauswirken: Er wird Teil einer Performance mit Sofia Jernberg beim Internationalen Literaturfestival Berlin im September 2026 sein und im Rahmen der Kino-Kooperation mit den York-Kinos gegen Ende der Saison einen seiner Lieblingsfilme präsentieren.
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