Die isländische Künstlerin Bára Gísladóttir zählt zu den gefragtesten Komponistinnen ihrer Generation mit Aufführungen von London bis Teneriffa und von Warschau bis New York. Sie studierte in Kopenhagen, in Reykjavík und am Mailänder Conservatorio Giuseppe Verdi und ist Trägerin des Förderpreises der Ernst von Siemens Musikstiftung und des Carl Nielsen Ehrenpreises. Ihre Kompositionen finden ebenso Anklang...
Die isländische Künstlerin Bára Gísladóttir zählt zu den gefragtesten Komponistinnen ihrer Generation mit Aufführungen von London bis Teneriffa und von Warschau bis New York. Sie studierte in Kopenhagen, in Reykjavík und am Mailänder Conservatorio Giuseppe Verdi und ist Trägerin des Förderpreises der Ernst von Siemens Musikstiftung und des Carl Nielsen Ehrenpreises. Ihre Kompositionen finden ebenso Anklang in der Avantgarde der Neuen Musik wie in der alternativen Szene, bei Sinfoniekonzerten als auch auf Indie-Festivals. Ausgehend von ihren Wurzeln in der klassischen Tradition öffnet die Isländerin genreübergreifend Grenzen zu den rauen Sphären des Heavy-Metal und Doom-Metal, zu den technoiden Gefilden von Noise und Drone oder zum schrankenlosen Horizont des experimentellen Jazz. Gísladóttir begreift Sounds als lebendig-dynamische Entitäten, die sich in permanenter Bewegung befinden. Die Erweiterung der kompositorischen Mittel um elektroakustische Elemente ist ebenso fester Bestandteil ihrer Arbeit wie auch der haptische Kontakt und das Resonieren mit dem Instrument. Als Kontrabassistin ist Gísladóttir Teil des Elja Ensembles, tritt regelmäßig mit dem Bassgitarristen Skúli Sverrisson im Duo auf und performt ihre eigenen Werke solistisch. So etwa bei Silva, einer Komposition für Kontrabass und Live-Elektronik, die auf Festivals in Linz, Bratislava, Reykjavík und im britischen Huddersfield aufgeführt wurde und im Rahmen der Residency an der Deutschen Oper Berlin nun im Berghain erklingt. Den programmatischen Kontrapunkt dazu bildet Víddir, ein Werk für Ensemble, dessen deutsche Erstaufführung in der Berliner Gedächtniskirche stattfinden wird und bereits Aufführungen in Aarhus, Helsinki, Gent, San Diego sowie im mexikanischen Ensenada erlebte. Seit einigen Jahren nimmt die interdisziplinäre Arbeit eine zunehmend bedeutende Stellung in Gísladóttirs Schaffen ein. So improvisierte sie live zu den psychedelischen Naturbildern des Films The Breathing Forest von Wolfgang Lehmann. Die Zusammenarbeit mit dem Choreografen Ben J. Riepe führte sie an die Staatsoper Hannover, die Tanzfabrik Köln, ans tanzhaus nrw in Düsseldorf und ans Festspielhaus Hellerau in Dresden. Sie konzipiert Klanginstallationen, die in Galerien gezeigt werden, und kooperiert mit bildenden Künstler*innen. Darüber hinaus schreibt sie Musik für die Theaterbühne, so jüngst für Oresteia von Benedict Andrews am Isländischen Nationaltheater. Als Composer in Residence in der Saison 26/27 an der Deutschen Oper Berlin komponiert sie mit Good Vibes Only eine abendfüllende Oper und ist mit Aufführungen an verschiedenen Orten der Stadt zu erleben.
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