Anja Silja
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Mit sechzehn Jahren begann ihre Bühnenlaufbahn in Braunschweig mit Rollen wie Rosina (»Il barbiere di Siviglia«), Zerbinetta (»Ariadne auf Naxos) und Micaëla (»Carmen«). 1958 folgten das Staatsth...
Mit sechzehn Jahren begann ihre Bühnenlaufbahn in Braunschweig mit Rollen wie Rosina (»Il barbiere di Siviglia«), Zerbinetta (»Ariadne auf Naxos) und Micaëla (»Carmen«). 1958 folgten das Staatstheater Stuttgart und die Oper Frankfurt. Von dort engagierte sie Wieland Wagner 1960 nach Bayreuth als Senta in »Der fliegenden Holländer«. Bis zu seinem Tod sang sie dort und in fast all seinen Inszenierungen Europa weit alle großen Wagner-Partien: Isolde, Brünnhilde, Eva, Elisabeth, Elsa, Venus. Ihr Repertoire umfasste von der Königin der Nacht, Fiordiligi, Konstanze bis Santuzza, Leonore (»Fidelio« und »Macht des Schicksals«), Desdemona, Lady Macbeth, Lulu und Marie (»Wozzeck«) fast das ganze gängige Opernrepertoire.
In den letzten Jahren sang Anja Silja in Wien, Zürich, Barcelona, Berlin, Hamburg, New York, London, Paris, Aix-en-Provence und beim Glyndebourne Festival hauptsächlich die großen Frauenrollen von Leoš Janáček wie die Küsterin (»Jenůfa«) und Emilia Marty (»Die Sache Makropulos«), für deren Interpretation sie den Kritikerpreis des Jahres in England und den Grammy Schallplattenpreis gewann. Ortrud (»Lohengrin«), Amme (»Die Frau ohne Schatten«) und Klytämnestra (»Elektra«) gehören ebenfalls zu ihrem Repertoire wie auch die Mère Marie und Madame de Croissy »Dialogues des Carmélites«, die sie unter Riccardo Muti an der Mailänder Scala sang. Mit James Levine und Pierre Boulez war sie im Jahr 2007 in New York, Boston und Aix-en-Provence mit »Erwartung« und »Pierrot Lunaire« von Schönberg zu hören; außerdem sang sie »Erwartung« mit Daniel Barenboim und der Staatskapelle Berlin beim Lucerne Festival und als Doppelvorstellung mit Robert Wilsons »The Murder of Deafman Glance« an der Staatsoper unter den Linden. Grosse Erfolge feierte sie als Kostelnicka » Jenůfa« an der Metropolitan Opera New York und der Mailänder Scala, als Herodias/ SALOME mit Marc Albrecht und dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg in Strassburg und in der Salle Pleyel in Paris, mit »Pique Dame« an der Wiener Staatsoper und an der Komischen Oper Berlin, als Kabanicha (»Katja Kabanova«) am Theater an der Wien und in »Hänsel und Gretel« am Covent Garden London und in Paris.
Kürzlich war sie in der Uraufführung von HK Grubers »Geschichten aus dem Wienerwald« bei den Bregenzer Festspielen zu erleben.
Zahlreiche Opernaufnahmen unter den großen Dirigenten des 20. Jahrhunderts dokumentieren ihr künstlerisches Schaffen, u. a. »Der fliegende Holländer«, »Lohengrin«, »Tannhäuser«, Bergs »Lulu« und »Wozzeck« (beide für DECCA), »Salome«, Fricka in Wagners »Der Ring des Nibelungen«, Schönbergs »Erwartung«, Janáčeks »Die Sache Makropulos« und »Jenůfa« (auf Video bzw. DVD) sowie die Hauptwerke von Kurt Weill. Für ihre Verdienste um Kunst und Kultur wurde Anja Silja mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Im März 2011 erhielt sie zudem den Europäischen Kulturpreis.
Foto: Artists Management Zürich