Malakoffturm Prosper II
Unter den vierzehn erhaltenen Malakofftürmen des Ruhrgebietes ist der steinerne Koloss von Prosper II in Bottrop einer der aufwändigsten Schachttürme, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entstanden sind. Malakofftürme als steinerne Fördertürme des Bergbaus sind bedeutsame Zeichen der Industriearchitektur. Mehr als 100 dieser mächtigen Gebäude wurde errichtet. Sie verdeutlichen die Nutzung von Erfahrungen aus dem Festungsbau vergangener Jahrhunderte für die aufkommende Schwerindustrie. Im südlichen Teil des Ruhrgebietes bei niedrigen Teufen ...
Unter den vierzehn erhaltenen Malakofftürmen des Ruhrgebietes ist der steinerne Koloss von Prosper II in Bottrop einer der aufwändigsten Schachttürme, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entstanden sind. Malakofftürme als steinerne Fördertürme des Bergbaus sind bedeutsame Zeichen der Industriearchitektur. Mehr als 100 dieser mächtigen Gebäude wurde errichtet. Sie verdeutlichen die Nutzung von Erfahrungen aus dem Festungsbau vergangener Jahrhunderte für die aufkommende Schwerindustrie. Im südlichen Teil des Ruhrgebietes bei niedrigen Teufen wurden sie zunächst als einfache Türme gebaut.
Zunächst wurden im 19. Jahrhundert nur Kohlefelder in leicht zu erreichenden Strecken abgebaut, die sich schnell erschöpften. Aus diesem Grunde wurden es notwenig, immer tiefer abzuteufen. Die Konsequenz waren Schächte mit größerem Durchmesser, Fördermaschinen mit höherer Leistung und größere Seilscheiben, um enorme Gewichte heben zu können. Diesen Belastungen waren die alten Gerüste aus Holz- oder Gusseisen nicht gewachsen. Als Alternative blieb nur Mauerwerk, da Stahlkonstruktionen erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingeführt wurden.
Der Malakoffturm wurde 1873, zwei Jahre nach der Abteufung des Schachtes Prosper II, fertig gestellt. 1987 wurde er außer Betrieb genommen. Ihn zeichnet die damals übliche Bauweise aus: Ein wuchtiges Mauerwerk aus Ringofensteinen, das sich nach oben verjüngt und mit Zinnen und Ecktürmen ausgestattet ist. Benannt worden ist der Turm nach der russischen Festung Malakoff, Teil der Wehranlagen von Sewastopol auf der Halbinsel Krim.
Der Bottroper Turm hat die Grundmaße von rund 18 mal 18 Metern und eine Höhe von mehr als 30 Metern. Um dieses Industriedenkmal in seinem Erscheinungsbild und seiner Substanz zu erhalten, soll es neu genutzt werden. Die Historische Gesellschaft Bottrop setzt sch dafür ein, hier ein Museum für Migration und Integration entstehen zu lassen. Angedacht sind Projekte entlang der Schiene politisch-historischer Bildungsarbeit und Ausstellungen.
Zur Zeit wird der Turm federführend durch die Historische Gesellschaft Bottrop in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum saniert. Bis Ende 2003 sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein. Der Turm soll nach seiner Restaurierung in das Eigentum der Stiftung 'Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur' des Landes Nordrhein-Westfalen übergehen.
Fax: +49 2041 7669521
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