Theater im Depot
Als nach der Einstellung des Straßenbahnbetriebs der ehemalige Betriebsbahnhof der Vestischen Straßenbahnen zum Abbruch anstand, erwarben drei private Investoren den denkmalswerten Hallenkomplex und bauten ihn 1983/84 zu einem kommerziellen Freizeit- und Kultur-Center aus. Die vier ursprünglich verklinkerten Stahlbeton-Hallen von 1911 und das Gebäude der ehemaligen Umformerstation von 1912/13 gehörten mit ihren durchrhysthmisierten, stark bewegten Dachlandschaften und dem reichen Baudektor - wie ein vergleichbares Betriebsgebäude in Bottrop (1909) ...
Als nach der Einstellung des Straßenbahnbetriebs der ehemalige Betriebsbahnhof der Vestischen Straßenbahnen zum Abbruch anstand, erwarben drei private Investoren den denkmalswerten Hallenkomplex und bauten ihn 1983/84 zu einem kommerziellen Freizeit- und Kultur-Center aus. Die vier ursprünglich verklinkerten Stahlbeton-Hallen von 1911 und das Gebäude der ehemaligen Umformerstation von 1912/13 gehörten mit ihren durchrhysthmisierten, stark bewegten Dachlandschaften und dem reichen Baudektor - wie ein vergleichbares Betriebsgebäude in Bottrop (1909) - zu den vorzüglichen Beispielen des späten Jugendstils im Industriebau des Ruhrgebietes. Herzstück der von den Architekten Delius und Kallisch umgestalteten, durch farbigen Putz neu apostrophierten Gebäude ist eine variable Mehrzweckhalle, die das Ensamble der Ruhrfestspiele unter dem Namen \'Theater im Depot\' als ganzjährige Spielstätte für Theater-, Musical- und Kabarett-Produktionen nutzt. Das Architektenteamhat nach der Konzeptionvon Adolf Zotzmann einen für das Ruhrgebiet einzigartigen Spielraum geschaffen, der an alte Vorstellungen nach einer neuen Beziehung zwischen Schauspieler und Publikum anknüpft. Vorbilder waren das Gropius 1926/27 entwickelte idealtypische Projekt eines \'Totaltheaters\', vor allem aber die Studio.Bühne Malersaal am Deutschen Schauspielhaus hamburg. Da die Teleskop-Tribünen in der Spielstätte ebenso mobil sind wie das Bühnenpodest, sind vielfältige Raumdispositionen möglich, vom traditionellen Gegenüber Bühne/Zuschauerraum (Guckkasten-Theater) bis zum zwei- und dreiseitigen Raumtheater und zum vierseitigen Arena-Theater, bei dem die Darsteller in de Raummitte spielen. Die Variabilität des Raumes, der je nach Bestuhlung zwischen 150 und 400 Besuchern Platz bietet, erlaubt neue Spielformen und kommt damit dem Werkstatt-Charakter entgegen, den das Ensemble für seine Produktionen bevorzugt.
- Theater im Depot
Castroper Str. 12
45665 Recklinghausen