Antoniterkirche

Florian Rynkowski: "Momentum"

CD-Release-Konzert in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk

Florian Rynkowski - Momentum. Musik für den Kirchenraum.

Momentum ist ein Narrativ über die Dimensionen der Musik per se - außerhalb dogmatischer Sperren. Was haben verschiedene Epochen und Traditionen gemeinsam,aus welcher Entfernung muss man auf sie schauen, wenn man man die verbindendenElemente erkennen möchte? Dass ein barocker Choral und ein Coltrane-Solo einespirituelle Kraft entfalten können, steht außer Frage. Aber was verbindet sie im Kern?Und ließe sich mit dem Befund vielleicht auch eine gute Geschichte erzählen, im Hierund Jetzt? Der Bassist und Komponist Florian Rynkowski hat auf diesen Fragen basierend, den Zyklus „Momentum - Musik für den Kirchenraum“ geformt.Als maître de plaisir koordiniert Rynkowski ein Ensemble, dessen kammermusikalischeBesetzung diverse Klangkulturen reflektiert: ein Nach-Hall der Vergangenheit mit kontemplativer Wirkung ist das Gamben-Trio in temperierter Stimmung, aber mit exzentrischen Timbres, sodass sich in „Schwobe“ subtile Reibungen der Klänge zu den anderen Instrumenten ergeben. Ein weiteres Trio, nämlich aus Posaune, Tenor-Saxofonen und (Bass-)Klarinetten, intoniert sowohl klassische als auch jazztypische Klänge. Schließlich ergänzen ein um präparierte Snare Drum gebautes Schlagwerk, Bass und Vibraphon / Marimba als nicht ganz typische Rhythmus-Sektion die Gruppe zum interaktiven Tripel-Trio oder Nonett. Dieser Konstellation entsprechen neun Momentum-Tableaux.Den einzelnen Songs gibt Florian Rynkowski mit wechselnden Kombinationen je charakteristische Konturen. So sind kollektive Extempores möglich, etwa „Blau“, wenndunkle Marimba-Pattern und Streicher-Pizzicati zu eng werden und alle wie beim FreeJazz ausbrechen. Und „Eben“ auch Soli - da vom Tenorsax, als markantes Bass-Introzu „Nicht jetzt“ oder „Chelidonium majus“ (lat. für Schöllkraut) als Posaunen-Kadenz.Minimal-Muster, Ostinato-Figuren, aber auch swingende Jazz-Riffs und zirkuläreRhythmen unter raffinierten Klangflächen fügen die musikalischen Erinnerungen der„Momentum“-Episoden gerade im Nu der Improvisation zu einem organischen Ganzen.
Momentum (lat.) – der/das Moment, abgeleitet von movimentum (von movere, sich fortbewegen), beschreibt: 1.) das "Bewegende", durch Bewegung Wirkende (Mechanik), 2.) ein messbares Zeitintervall 3.) ein erlebbarer Augenblick (Philosophie, Psychologie) 4.) seit der griech. Antike die günstige, geeignete Gelegenheit (kairos), die unvorhersehbar eintritt (Vgl. improvidere), und die es zu ergreifen gilt.

Leonhard Huhn: Bassklarinette, Altsaxophon • Matthew Halpin: Klarinette, Tenorsaxophon • N.N., Posaune • Sophia Diniz, Gambe • Nathan Bontrager, Gambe • David Schütte, Gambe • Christian Lorenzen, Synthesizer • Étienne Nillesen, Extended Snare Drum
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Als in der DDR geborener Sohn einer klassischen Sängerin und eines "Tanz- und Unterhaltungsmusikers", wuchs Florian Rynkowski von frühester Kindheit an mit musikalischer
Vielfalt und kirchlicher Prägung auf. Unter dem Eindruck der deutschen Teilung und einer Jugend in den Nachwendejahren, gewannen Fragen nach kultureller Identität für ihn bald an Bedeutung. Studienaufenthalte in Finnland, Ghana und den USA sind Ausdruck seiner Neugier nach Fremde und Herkunft.

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Adresse
Antoniterkirche Schildergasse 57 50667 Köln [ Innenstadt ] www.ev-gemeinde-koeln.de/index.php3?seite=278

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Veranstaltungsort

Antoniterkirche

Der Antoniterorden errichtete in einer Bauzeit von 1350 bis 1384 an dieser Stelle ein Kloster. Zu diesem Kloster gehörte auch die obligatorische Kirche, welche im damals üblichen gotischen Stil errichtet wurde. Sie besteht aus dem Hauptschiff und zwei kleineren Seitenschiffen, wobei nur das nördliche Seitenschiff einen Schlußchor aufweist. Wie bei den Bettelorden üblich wurde auf einen Turm verzichtet ...