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filmkultur

In einer Kooperation mit dem Projekt ONLINEFILM bieten wir den Mitgliedern der Kulturserver-Netzwerke die Möglichkeit Filme und Clips zu präsentieren. Eine Auswahl zeigen wir in der Videothek des Kulturportals. Alle Filme eines Kulturschaffenden kann man auf seiner Webvistenkarte sehen. Schreiben Sie an redaktion@kulturserver.de um weitere Informationen zu erhalten, wenn Sie Ihre Filme auch hier anbieten möchten.

 

(c) 2008
Daniel Hope spielt Mendelssohn-Bartholdy
Deutschland 2008, Documentary | Music, Biography | Portrait, 45'
Director: Gösta Courkamp | Camera: Chris Rowe, Günther Uttendorfer | Screenplay: Gösta Courkamp
, inpetto filmproduktion
Teaser
Portrait des Stargeigers Daniel Hope

Synopsis
Nähere Informationen:
www.inpetto-filmproduktion.de/...

Künstlerbiographien gibt es zuhauf. Viele interessant – nicht alle besonders.
Deshalb ist es meistens nicht sehr aufschlußreich, diese vorzustellen. Im Fall von Daniel Hope muss jedoch eine Ausnahme gemacht werden:

Geboren in Südafrika, mit deutschen Vorfahren jüdischen Glaubens, die wegen der Naziverfolgung aus Berlin fliehen mussten, dann mit der Familie nach England emigriert, weil sein Vater, ein Schriftsteller, wegen seines Einsatzes gegen die Apartheid auswandern musste (dort nahm Yehudi Menuhin den jungen Daniel unter seine Fittiche) – dann die irische Staatsbürgerschaft angenommen, weil weiße Südafrikaner in Großbritannien nicht wohl gelitten waren – katholisch getauft, später protestantisch konfirmiert lebt Daniel Hope mit seiner deutschen Frau in Amsterdam und Hamburg.
Für all diese unterschiedlichen Einflüsse, die die Geschichte des 20. Jahrhunderts abbilden, findet Daniel Hope eine Sprache, die unabhängig ist, und mit der er zum Ausdruck bringen kann, was alles verbindet: die Musik.

Mit gerade einmal 33 Jahren gehört Daniel Hope schon jetzt zur ersten Garde der großen Geiger.

In Stockholm trifft er auf ein anderes, ebenfalls noch sehr junges Ausnahmetalent: Daniel Harding, den musikalischen Direktor des Schwedischen Radiosinfonieorchesters (der außerdem noch Musikalischer Direktor des Mahler Chamber Orchestra sowie ständiger Gastdirigent des London Symphony Orchestra ist).

Zusammen spielen sie in den Berwaldhallen eines der schönsten und bekanntesten Violinkonzerte der Musikgeschichte: Mendelssohn-Bartholdys „e-moll Konzert op.64“ und zwar in der selten gespielten Urfassung.
Wenn man sich diese ansieht, versteht man, warum so viele Geiger vor ihr zurückschrecken, verlangt sie dem Virtuosen doch ein ungleich höheres technisches Können ab, als die von Mendelssohn damals für den Geiger Ferdinand David „geschmeidig“ gemachte, heutzutage meistens gespielte „letzte“ Fassung.

Es ist dies die erste Zusammenarbeit von Daniel Hope- und Harding, obwohl sie einander schon seit Ewigkeiten persönlich kennen und schätzen.

Das kongeniale Zusammenspiel der beiden charismatischen Musiker dokumentiert der Film in Bildern, wie man sie in dieser Intimität bei Konzertaufnahmen nur selten zu sehen bekommt.
Die Ästhetik des Films trägt dem mit schneller, für das Sujet „Klassik“ ungewöhnlicher, etwas „gegen den Strich gebürsteter“ Schnittfolge Rechnung und ist stets „nah am Geschehen“ – auch als Kommentar der undogmatischen Begeisterung und Frische, mit der die beiden „Daniels“ musizieren.

Sieht man Hope und Harding am „Werk“, möchte man meinen, dass ein gefühlvoller Choreograph den Auftritt inszenierte – und doch ist es allein die Musik, welche die beiden trägt – in eine Sphäre, die vielen Musikern verschlossen bleibt. Wie die beiden von Musik durchdrungen sind und dieses Phänomen vermitteln, kann man aber sehr wohl sehen, mitfühlen und spüren.

Während die ZDF/arte-Fassung des Films sich auf Hopes Auseinandersetzung mit Mendelssohn fokussiert, richtet die „schwedische“ Fassung auch noch das Augenmerk auf eine weitere, nicht unwichtige Facette Daniel Hopes.
Wie erwähnt, hat seine Familie eine bewegte Geschichte durchlebt und Hope eine starke Affinität zur jüdischen Kultur.

Er beschreibt in der neu eröffneten, wunderschön restaurierten Synagoge Rykestraße in Berlin (auch dieses ein Zeichen, das Mut machen kann) diesen für ihn wesentlichen Einfluß und spielt Erwin Schulhoffs „Sonate für Solovioline - Andante cantabile“ sowie Maurice Ravels „Kaddish“ in einer eigenen Bearbeitung. Beide Stücke liegen ihm so am Herzen, dass er sie immer wieder auch als Zugaben bei seinen zahlreichen Konzerten in aller Welt gibt.

Die „Schwedische Fassung“ des Films wurde im Januar 2008 gesendet und erreichte spontan eine Zuschauerquote von 8% – für Beiträge über klassische Musik ein einsamer Spitzenwert.

Nach einem Besuch von Mendelssohns Grab auf dem Berliner Dreifaltigkeitsfriedhof begeben wir uns in die beeindruckende Kulisse des Berliner Konzerthauses, gleich um die Ecke des ehemaligen Wohnsitzes der Mendelssohns am Gendarmenmarkt gelegen – sozusagen auf Felix Mendelssohn-Bartholdys ureigenstes Terrain.

Mit Daniel Hopes Transkriptionen von Mendelssohn-Bartholdys Liedern „Suleika“ und „Hexenlied“, inszeniert im Berliner Konzerthaus und am Piano von Sebastian Knauer begleitet, schließt sich dann der Kreis.

„Musik infiziert einen, ohne dass man es will, unabhängig von Sprache, Nationalität oder Glauben. Wenn man bereit ist, die Ohren weit aufzumachen, ist es das Schönste, was es gibt.“ (Daniel Hope)

Abstract (max. 1000 Z.)
There are many artists’ biographies. Many of them interesting – not all of them special. Therefore, it is mostly not very informative to introduce these. Nevertheless, in the case of Daniel Hope an exception has to be made:

Born in South Africa, with German ancestors of Jewish faith (from the maternal side) who had to flee because of the Nazi pursuit from Berlin, the family Hope emigrated to England, because Daniel’s father, an author, had difficulties because of his opposition against the apartheid regime. Unfortunately white South Africans were not welcome in Great Britain and therefore the Hopes had to accept the Irish Citizenship (Mr. Hopes father was an Irishman when he immigrated to South Africa).
Now settled in London Mrs. Hope became the assistant of Yehudi Menuhin, who realized Daniels artistic talent and began to support him.
Baptized a Catholic, confirmed a Protestant, Daniel Hope now lives with his German wife in Amsterdam and Hamburg.

For all these different influences, illustrating the history of the 20th century, Daniel Hope finds a language which is independent and in which he can express the link between everything: music.

At the age of 33 Daniel Hope already belongs to the top violinists. In Stockholm he met another very young and equally exceptional talent: the conductor Daniel Harding, musical director of the Swedish Radio Symphony Orchestra (and musical director of the Mahler Chamber Orchestra as well as constant guest conductor of the London Symphony Orchestra).

In the “Berwaldhallen” they performed one of the best known, and rarely played in the original version (“Urfassung”), violin concerts in the history of music: Mendelssohn-Bartholdys „e minor concert op.64 ".
If you look at this version you will understand why so many violinists have shrunk back from it. Far more technical skill is demanded from the virtuoso, as for the “last” ("letzte"), the version mostly played nowadays – the one Mendelssohn in his time “smoothened” for the violinist Ferdinand David.

This film features the first collaboration between Daniel Hope and Daniel Harding, although they have known and cherished each other for a long time. The film reveals pictures of the two sympathetic and charismatic musicians working as a team in such intimacy as is seldom seen before.
The aesthetics of the film take this into account with quick cuts, brushed the wrong way, which is unusual in classical music, and: it always stays close to the musicians.

When watching Hope and Harding at "work", you might think, a soulful choreographer produced the performance - it is, however, just the music that carries them - creating an atmosphere which is probably out of reach for most musicians.

While the ZDF/Arte version of the film focuses on Hopes interpretation of Mendelssohn, the "Swedish" version also directs the attention to another, not insignificant facet of Daniel Hope. As mentioned before, his family has a moved history and Hope a strong affinity to the Jewish culture.

In the new opened, wonderfully restored synagogue Rykestrasse in Berlin Hope describes this essential influence and performs Erwin Schulhoffs „sonata for solo violin - andante cantabile“ as well as Maurice Ravels "Kaddish" in his own editing. Both pieces are so important for Daniel Hope that he plays them over and over again as encores to his numerous concerts all over the world.

After this our path leads us to Berlin Mendelssohn's grave in the Berlin Trinity cemetery. Then in the impressive scenery of the Berlin “Konzerthaus”, just around the corner from the former residence of the Mendelssohn family - on Felix Mendelssohn-Bartholdys very own territory so to speak – Daniel Hope plays his transcriptions of Mendelssohn-Bartholdys songs "Suleika" and "Witch's song", accompanied by Sebastian Knauer on the piano.

„Music infects you, whether you want to or not, independently from language, nationality or faith. If you are willing to widely open your ears it is the most beautiful thing ever."
Daniel Hope

The longer version of the film (57 min.) which Gösta Courkamp produced for the Swedish television SVT was broadcasted in January 2008 and reached a viewer rate of 8% - very unusual for a broadcast about classical music.