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Die Mondverschwörung
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Film / Medien | Internetprojekt
Schulstraße 24
65428 Rüsselsheim
 
[ ... ] gestatten: Dennis R. D. Mascarenas, - TV-Jounalist. Arbeitet für DDC-TV, ein deutschsprachiges Programm in den USA.

Bei seinem ersten Deutschland-Streifzug kam er 1995 in ein Land, das noch die Wunden der Vergangenheit leckte und sich dabei in immer absurdere politische Scharmützel verstrickte. Alles, was diesem Volk über die langen Jahre der europäischen Nachkriegszeit hinweg Sicherheit und Halt gegeben hatte, war in Auflösung: da verliefen die Gräben mit einem Male nicht mehr zwischen links und rechts, sondern viele kleine Gräben trennten Männer von Frauen, Metzger von Vegetariern, Autofahrer von Radfahrern – ja, selbst die Kuckucksuhrenbauer waren untereinander zerstritten. Und alles wurde von einem gigantischen Gartenzwerg regiert.

Mit dokumentarischen Mitteln legte „Deckname Dennis“ tiefliegende, verborgene Schichten der deutschen Volksseele frei und war mit mehr als 30.000 Kinobesuchern in den späten 90-er Jahre ein kleiner Geheimtipp der Programmkino-Szene. Die Kritik würdigte den Film als „ethnographische Reise ins eigene Land“. Der Kabarettist Matthias Beltz trug als Co-Autor dazu bei, das dokumentarische Deutschlandbild des Films satirisch zuzuspitzen. Es war eine Reise, die ihn von harmlosen Verirrungen bis zu schweren Fällen politischer Verwirrtheit führte.


Die Situation heute
Seitdem ist alles noch unübersichtlicher geworden. Was um uns herum passiert, verstehen wir sowieso nicht mehr. Mit einem Knopfdruck lassen sich die seltsamsten Abläufe in Gang setzen. Computer zerlegen alles in Bits und Bytes, Forscher zerlegen das Erbgut, Entgrenzung greift um sich, wohin man sieht. Und über allem schwebt der schwere Verdacht, dass man das, was zerlegt wurde, am Ende nicht mehr zusammenkriegt.

Nicht einmal unseren Politikern traut man zu, dass sie Ordnung in dieses Chaos bringen können. Entpolitisierung macht sich breit.

„Die rasante Entwicklung unserer äußeren Welt wird für jeden Einzelnen von uns immer stärker fühlbar. Fernsehen, Computer, Multimedia - aber auch das allgemeine Arbeitstempo, Zentralisierung und Globalisierung halten einen atemberaubenden Einzug.
Es ist der Lauf der Zeit, dass die Schwingung des Planeten immer höher wird und dies seine unübersehbaren Auswirkungen mit sich bringt.
Um so wichtiger ist es daher, unsere innere Entwicklung voranzutreiben.“
So steht es im Werbeprospekt eines von unzähligen deutschen Esoterik-Unternehmen.
Je hartnäckiger unser Alltag Antworten auf die Frage nach dem Sinn verweigert, je komplizierter und undurchschaubarer gesellschaftliche Abläufe werden, desto attraktiver erscheinen einfache Lösungen, irrationale Erklärungsmuster, irrationale, aber in sich geschlossene Gedankengebäude. Immer mehr Menschen glauben zu begreifen, was wirklich wesentlich im Leben ist: das Ewige natürlich: die Natur. Die Sterne. Der Mond.

Was also ist zu tun?

Ganz einfach: Abwarten, Mondphasentee trinken, biodynamisches Gemüse essen, kurz: endlich wieder ganzheitlich leben, und vielleicht schauen, ob wir irgendwo Gleichgesinnte treffen, mit denen wir uns die Wartezeit bis zum Weltuntergang verkürzen können. Magische Praktiken, Esoterik, aber auch Endzeitphantasien und Verschwörungstheorien treiben auf dem Boden des antiaufklärerisch postmodernen Zeitgeists tausendfache Blüten.

Und was Menschen so alles glauben, ist schier unglaublich. Harmloses steht da neben Gefährlichem, Altgermanisches neben Okkultem, Spirituelles neben Faschistoidem - und zuweilen vermischt es sich zu einem schwer durchdringbaren Konglomerat weltanschaulicher Desiderate.
Es ist die Exkursion in eine nahezu unsichtbare und doch omnipräsente Gegenwelt zur Rationalität unseres Alltags. Bizarr, und dabei seltsam durchdrungen von Modernismen, die das angeblich uralte geheime Wissen der Menschheit in die Erfordernisse unserer Zeit übersetzen. Leicht befremdet lesen wir zum Beispiel im offiziellen Veranstaltungskalender einer deutschen Stadt Seminarankündigungen wie diese:

Workshop Aufgestiegene Meister
In Anwesenheit Aufgestiegener Meister - z.B. Maria, Jesus Sananda, St. Germain, Lady Nada - erleben wir eine intensive Schulung zum Frequenzanstieg für das Neue Goldene Zeitalter. Sie wurden erleuchtet, gottgleich und somit fähig, ihre Bewusstheit auszudehnen und sich von der materiellen Welt zu befreien. Sie waren fähig, sich selbst und die Welt um sie herum zu transformieren. Diese Wesen müssen nicht mehr auf die Erde zurückkehren, um weiter wachsen zu können. Teilnahmegebühr: 60 Euro


Ein TOP-Thema
„Grenzphänomene“, wie es euphemistisch heißt, treiben offenbar mehr Menschen um, als wir es in unserem aufgeklärten Zeitalter vermuten möchten. Mehr als 10 Millionen Menschen haben –Verlagsangaben zufolge - in den letzten Jahren Kalender und andere Publikationen des Autoren-Duos Paungger-Poppe gekauft – und das ist nur ein Teil des breit gefächerten Literaturangebots zu diesem Thema. Die Populisten des Medienbetriebs haben längst auf diesen Trend reagiert, und inzwischen fischt selbst das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit reißerischen „Dokus“ in den Gewässern des Übersinnlichen. Die Bandbreite des Umgangs mit solchen Themen ist nicht besonders groß: gleichgültig, ob man uns die größten Absurditäten wie Fakten vorführt, oder ob sie von kritischen Journalisten nach allen Regeln der Enthüllungskunst zerpflückt werden – das eine wie das andere geschieht mit unerschütterlichem Eifer. [ ... ]