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Staatstheater Hannover - Theatermuseum
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Kunst
Prinzenstr. 9
30159 Hannover
 
Mo geschlossen
Di-Fr 10 bis 13 und 15.30 bis 19.30
Sa 18 bis 19.30
So 10 bis 13 und 18 bis 19.30
76 Jahre theatermuseumhannover

Das, was Theater so faszinierend macht, die Unmittelbarkeit des Augenblicks, der Schauspieler und Zuschauer verbindet, sind kaum festzuhalten. Nach jedem gefallenen Vorhang scheint sie verloren. Der Eindruck in der Erinnerung des Einzelnen trägt nicht weit. Und doch gab es schon im 16. Jahrhundert Versuche, das Erlebte zu fixieren: Es existieren Kupferstiche von herausragenden Aufführungen bei Hofe und selbst die Inszenierungen von Schillers Dramen am Weimarer Hoftheater – unter Goethes Intendanz – sind auf farbigen Stichen überliefert. Aber erst mit der Entwicklung der Photographie im 19. Jahrhundert, mit den ersten Tonaufnahmen und dem Aufkommen des Films war es möglich, die Flüchtigkeit einer Theateraufführung annähernd einzufangen. In Folge dieser Entwicklung entstanden die ersten Theatermuseen und -sammlungen. Das erste Theatermuseum der Welt entwickelte sich aus dem 1866 eingerichteten Archiv der Pariser Oper. In Deutschland wurde das erste Museum 1899 in Weimar gegründet und hatte kurioserweise nur einen einzigen Gegenstand: die Schauspielerin Marie Seebach (1829-1897). In deren ehemaligen zwei Wohnräumen stellte eine Verwandte alle Erinnerungsstücke der Künstlerin aus. Die erste Einrichtung, die den Namen \'Theatermuseum\' wirklich verdient hat, wurde 1910 in München in der Villa der Hofschauspielerin Clara Ziegler (1844-1909) eröffnet. Im gleichen Jahr war in mehreren Ausstellungshallen am Zoologischen Garten in Berlin auch die erste Theaterausstellung Deutschlands zu sehen.
Die Gründungsgeschichte der Theatermuseen und -sammlungen ist recht unterschiedlich. Wie das Beispiel der Pariser Oper zeigt, entwickelte sich der Museumsgedanke aus den ersten Hausarchiven der Theater, die begannen, Material – Kostüme, Theaterzettel usw. – ihrer eigenen Produktionen zu sammeln. Oft war es aber auch privater Initiative zu verdanken, daß es zur Gründung
einer Theatersammlung kam. Ein Beispiel hierfür ist Carl Niessen (1890-1969), der das Institut für Theaterwissenschaft Köln gründete. Seine Sammlung bildet heute den Grundstock der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität zu Köln. In Hannover verband sich sehr früh die Vorstellung von einer Theatersammlung mit der eines Museums. Ab 1928 konnten Besucher nach vorheriger Anmeldung im ehemaligen Konzertsaal im Obergeschoß des nördlichen Seitenflügels des Opernhauses das \'Haus-museum\' besuchen, um hier Ausstellungsstücke zur Geschichte des Hauses an der Georgstraße zu bewundern. Ziel und
Aufgabe des Theatermuseums war es schon damals, das persönliche Verhältnis des Besuchers zu \'seinen\' Künstlern und \'seiner\' Bühne zu vertiefen. Neben Originalpartituren von Heinrich Marschner, Briefen und Quittungen Richard Wagners, bühnenbildentwürfen, Kostümen und Fotos der Ensemblemitglieder und der Gäste des Theaters wurden auch zwei lebensgroße Figuren der Schauspieler Fritz Berend und Siegmund Bollmann in der Posse \'Robert und Bertram, die lustigen Vagabunden\' von Gustav Räder bestaunt. Eigentliche Attraktion des Rundgangs durch das Museum war aber eine Vorstellung mit Theaterpuppen auf der Miniaturbühne, die mit allen technischen Feinheiten des großen Hauses nachgebaut worden war: mit Versenkungen, Wind- und Donner-maschinen.


Die Zerstörung des Opernhauses 1943 brachte auch die völlige Theatermuseums und seiner Archivalien. Wie in vielen anderen Städten, mußte man nach dem Krieg mit dem Sammeln wieder ganz von vorn beginnen. In den 50er Jahren wurde Kurt Söhnlein, der
1925 von Bayreuth als Bühnenbildassistent nach Hannover gekommen war, und 1957 seine Laufbahn als Ausstattungsleiter abschloß, mit dem Wiederaufbau des Theatermuseums betraut. Vier Jahre reiste der Bühnenbildner i. R. auf der Suche nach
Zeugnissen und Spuren der Theatergeschichte Hannovers durch Deutschland. Zur Spielzeit 1961/62 konnte das Theatermuseum
wiedereröffnet werden.

Es nahm seinen Platz unter dem Dach des Opernhauses ein und war im Rahmen von Führungen zugänglich. Kurt Söhnlein machte aus
der Not der fehlenden Schauräume eine Tugend, und organisierte neben der ständigen Ausstellung, in der thematisch die Oper
dominierte, regelmäßig Sonderausstellungen im Opernhaus-Foyer. Die erste war 1959 Friedrich Schiller gewidmet und fand
noch gegenüber der Oper im Blumenpavillion statt. Bis zum Tod Kurt Söhnleins, 1985, folgten über 50 theaterhistorische
Ausstellungen u.a. über Kleist, Marschner, Verdi, Yvonne Georgi und Harald Kreutzberg oder die Geschichte des Hof-heaters.
Im Sommer 1984, anläßlich des Umbaus des Opernhauses, mußte auch das Theatermuseum geschlossen werden. Die Theaterverwaltung
nahm das zum Anlaß, dem Museum außerhalb der Oper endlich erheblich größere Ausstellungsräume zur Verfügung zu stellen. Traditionsgemäß wurde wieder ein ehemalige Bühnenbildner und Ausstattungsleiter des Hauses, Rudolf Schulz, mit der Konzeption des Theatermuseums betraut. Aus Teilen des Söhnlein-Bestandes und mit wertvollen Exponaten aus eigenem Privatbesitz installierte Rudolf Schulz eine thematisch wesentlich erweiterte Ausstellung in den Schauräumen im 4. Stock des Kröpcke-Centers. Die in Deutschland einmalige Gelegenheit, ein theatergeschichtliches Museum und Archiv unmittelbar in einem
Theater unterzubringen, ergab sich 1992 mit der Eröffnung des neuen Schauspielhauses in Hannover: Im April 1993 wurde das
Theater-museum in der Prinzen-strasse eröffnet.


10 Jahre Theatermuseum in der Prinzenstraße

Kostüme • Sonderausstellungen • Lesungen • Begehbares Bühnenbild • Figurentheater • Schriftenreihe • Kinoecke • Führungen • Fotogalerie • Vorträge • Autorenstimmen • Szenenfotos • Figurinen • Leseecke• Requisiten.....

Über 350 Jahre Theater in Hannover! Es gibt nur wenige Städte in Europa, die auf eine so lange Tradition zurückblicken können. Der Weg führte vom französischen Hoftheater der Welfenherzöge über die Bühne der Wanderkomödianten, das Hoftheater auf Aktien, das Königliche Hoftheater und die Städtischen Bühnen bis zum heutigen Niedersächsischen Staatstheater.

Was heute im Theater gespielt wird, ist morgen schon Geschichte: Das Theatermuseum erinnert in seiner ständigen Ausstellung, seinen regelmäßigen Sonderausstellungen und Veranstaltungen an die kulturelle Vergangenheit und öffnet das Spannungsfeld zur
aktuellen Theaterarbeit. Es ist das einzige seiner Art, das sich in einem Theater befindet, dem Schauspielhaus in der Prinzenstraße. Aus dieser besonderen atmosphärischen Nähe erhält das Museum seine besondere Anziehungskraft: Das Museum als Vermittler zwischen Theatermachern und Publikum.


Zu den Attraktivitäten des Museums gehören u.a.

Willkommen! Das Museumsfoyer während der Madonna-Ausstellung. Als Verkaufsstand dient eine echte Theaterrequisite: Die Tabakdose aus einer Inszenierung von Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“, in der Spielzeit 1994/95 von Jochen Fölster auf die Bühne gebracht. Im Foyer liegen für Sie Theaterzeitschriften, Pressespiegel und weiterführende Materialien zu allen
laufenden Produktionen aus.


Stimmen der Dichter
Was wäre spannender, als die authentische Begegnung mit Ihrem Lieblingsautor? Mit Joachim Ringelnatz, Max Frisch, Ingeborg
Bachmann oder Kurt Schwitters. Im monatlichem Wechsel stehen Ihnen neun von über dreißig historische Autorenstimmen zum Anhören zur Auswahl. Die älteste Aufnahme ist von 1907 und stammt von Hugo von Hofmannsthal. Die Stimmen der Dichter
können Sie in einer echten Theaterrequisite abrufen: Der Regisseur Tilman Gersch hat sich in der Spielzeit 1999/2000
für das Stück \'Minna von Barnhelm\' von seiner Bühnenbildnerin Kathrin Frosch eine alte Telefonzelle auf die Bühne stellen lassen. In ihr telefonieren Sie mit den Autoren - und betreten damit nicht nur ein Stück Theater-, sondern auch ein Stück
Kommunikationsgeschichte.


Sonderausstellungen
Dreimal pro Spielzeit präsentiert das Theatermuseum große Sonderausstellungen. Bisher waren u.a. zu sehen: 50. Jahre Augsburger Puppenkiste • Bertolt Brecht beim Photographen • Die Brüder Heinrich und Thomas Mann • Madonna • Erich Kästner • Verehrt, verfolgt, vergessen – Schauspieler als Naziopfer • Mimen – Übermalungen von Arnulf Rainer • Kadidja Wedekind • Verfremdete Reclamhefte • Autorenfotos von Dirk Meußling • Frank Wedekind als Werbetexter bei Maggi • Hans Fallada • Mein
Leben: Marcel Reich-Ranicki • Thomas Bernhards Häuser • Gustaf Gründgens, Bilder einer Legende • Fotos von Isolde Ohlbaum •
Günter Grass. Mein Jahrhundert • Totenmasken • Cornelia von Seidlein. Autorenporträts • August Strindberg als Fotograf •
Der Komponist Werner Richard Heymann • Romy Schneider, Paris 1964/Fotografien von Will McBridge • Thomas Mann: „Dr. Faustus“•
Im Veranstaltungsraum, der eine schöne Galeriesituation erlaubt, sind außerdem seit zwei Jahren kleinere Ausstellungen mit dem Schwerpunkt Fotografie zu sehen.


„Ein Hund hält Reden...“ (Erich Kästner)
Im Untergeschoß steht das lebendige Herz des Museums: Eine kleine Bühne für Aufführungen, Lesungen und Vorträge. Bisher waren u.a. zu Gast: Mario Adorf • Oskar Ansull • Heinz Ludwig Arnold • Alfred Brendel • Sigrid Damm • Franz-Josef Degenhardt • Gotthard Erler • Amelie Fried • Barbara Frischmuth • Mario Giordano • Dietmar Grieser • Wolf Haas • Axel Hacke • Wolfram
Hänel • Elke Heidenreich • Dirk Heißerer • Gisela Heller • Alexa Hennig von Lange • Hannelore Hoger • Merlin Holland • Sabine
Kebir • Walter Kempowski • Hanjo Kesting • Gabriele Krone-Schmalz • Dieter Kühn • Tessa de Loo • Frido Mann • Herbert
Maurer • Milena Moser • Marcus G. Patka • Heiko Postma • Marcel Reich-Ranicki • Katja Riemann • Peter Rühmkorf • Werner
Schneyder • Dietrich Schwanitz • Klaus Seehafer • Alan Sillitoe • Uwe Soukup • Tilman Spengler • Jens Sparschuh • Gisela Stelly • C. Bernd Sucher • F. K. Waechter.
Auch Schauspieler des Ensembles waren häufig mit ihren Soloprogrammen im Theatermuseum. Regelmäßig ergänzen kulturelle Veranstalter (Goethe-Gesellschaft, Frau und Kultur e. V., Künstlerverein Hannover usw.) mit ihren unterschiedlichsten
Veranstaltungen das Programm.


Figurentheater
Ein fester Bestandteil im Programm sind Figurentheater-Aufführungen an jedem dritten Sonntag im Monat, ergänzt durch
wechselnde Wochenendtermine. Es spielen u.a. das Filou Fox Theater, Die Complizen, Figurentheater Seiler und Figurentheater
Marmelock für kleine und große Leute ab vier Jahren.


Hinter den Kulissen
Unbemerkt von den Theaterbesuchern bereiten Schneider, Schuhmacher, Schlosser, Tischler und Maler zusammen mit dem künstlerischen Personal die allabendlichen Theateraufführungen vor. Im Obergeschoß geben der zwanzigminütige Film „So
ein Theater“, ausgewählte Exponate und Fotos einen Einblick in die hohe handwerkliche und künstlerische Qualität der
Werkstätten.


Wir vom Archiv
Das Theatermuseum besitzt eine wertvolle Sammlung von Archivalien, überwiegend zum Theater in Hannover: Theaterzettel,
Programmhefte, Szenen- und Rollenfotos, Bühnenbildmodelle, Figurinen usw. Alle laufenden Produktionen des Staatstheaters
werden ausführlich dokumentiert. Das umfangreiche Archiv steht nach vorhergehender Anmeldung allen Interessierten zur
Verfügung.



Berühren erwünscht:
Begehbares Bühnenbild
Theatergeschichte beginnt nicht erst vor 100 Jahren, sie beginnt nach jeder Vorstellung, nach jedem abgespielten Stück. In diesem Sinne zeigen wir einen Ausschnitt aus der jüngsten Geschichte: In der Spielzeit 1995/96 war im Ballhof Andreas Kriegenburgs Interpretation von Peter Weiss\' Stück \'Marat/Sade\' zu sehen, in einem Bühnenbild von Susanne Schuboth. Der Besucher kann sich in Marats Badewanne legen und sich wie der Schauspieler Adrian Furrer als Jean Paul Marat fühlen – oder er
spielt seinen Antipoden Marquis de Sade auf dem Duschturm. Vervollständigt wird das begehbare Bühnenbild durch Kostüme, dem
Bühnenbildmodell und Szenenfotos der Aufführung.


Museum in progress
Auch die ständige Ausstellung erfährt regelmäßige Veränderungen: so zeigen wir Requisiten, Kostüme und Bühnenteile aus jüngst abgespielten Produktionen des Staatstheaters.


Post aus der Prinzenstraße 9 in Hannover. Das ist eine gute Adresse. Was wir da auspacken, verstaubt nicht im Bücherregal,
sondern wird betrachtet, gelesen und benutzt.
DIE ZEIT
Seit 1994 gibt das heatermuseum eine eigene Schriftenreihe heraus: Prinzenstraße. Hannoversche Hefte zur Theatergeschichte.
1994 suchten wir eine neues Forum für unsere wissenschaftlichen Arbeiten. Wir wollten keine teuren und schweren Ausstellungskataloge herausgeben und auch keine Fachzeitschrift, die nur einem kleinen Kreis von Fachleuten zugänglich wäre.
Unser Vorbild sind die Marbacher Magazine, die auf dem Gebiet der Literatur mit viel Liebe in der Aufmachung und qualitätvollen Inhalten Maßstäbe setzen.Unsere Idee ist es, mit ungewohnten Inhalten und Formen neue Lust an der Auseinandersetzung mit der Welt des Theaters zu schaffen. Die Hannoverschen Hefte sind Lese- und Quellenbücher im günstigen
Taschenbuchformat. Sie sind fundiert erarbeitet und lebendig geschrieben. Jedes Heft ist, abgestimmt mit dem Thema, in Papier, Schrift und Beilage individuell gestaltet. Thematisch betreten wir mit jeder neuen Ausgabe Neuland: So haben wir
Max Frisch als Journalisten wieder entdeckt oder Frank Wedekinds erste acht Lebensjahre in Hannover mit zahlreichen neu
gefundenen Dokumenten zum Leben erweckt. Bisher sind u.a. Hefte über Frank Wedekind, den Komponisten Heinrich Marschner, die
Schauspielerin Gertrud Eysoldt, die Komponistin Alma Mahler-Werfel, den Schauspieler und Theaterdirektor Gustav Friedrich Wilhelm Großmann und zur Hannovers Theatergeschichte erschienen. 12 Hefte liegen bereits vor.


140.000 Besucher in zehn Jahren
Über 140.000 Menschen haben allein in den letzen 10 Spielzeiten das Theatermuseum und seine Sonderausstellungen und
Veranstaltungen besucht. Das ist eine große Zahl, nicht nur wenn man bedenkt, daß das Theatermuseum in den Theaterferien für
zweieinhalb Monate geschlossen bleibt. Es zeigt deutlich, daß nicht nur Interesse besteht, Theater auf der Bühne zu erleben, sondern auch an der Entstehung von Theater und an dessen Geschichte(n).