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ewigkeit.culture...
Elke Panke
Literatur
Taschenbuch "Am Ende des Sommers", Liebesgeschichten:
Romantisch. Prickelnd. Spannend.
Preis: 14 €, Titelfoto:: Barbara Schwerdorf

Taschenbuch "Ich war einmal", 50 Kurzgeschichten,
Preis: 14 €, Illustrationen: Elke Panke

Inspiration pur!

Manches sieht man auf den ersten Blick, anderes wird ausgeblendet.
Und bisweilen genügt ein flüchtiger Gedanke, ein Text, ein Gedicht oder eine
kleine Geschichte - und plötzlich erkennen wir, dass wir etwas Wesentliches
übersehen haben.
Meine eigenhändig liebevoll farbig illustrierten Lookbooks „Buntes Leben“ und
„Menschenskinder“, Jahresbegleiter (ohne Jahreszahl), zum Aufhängen in DIN-A-4-Größe,
verzaubern das Alltagsgrau und schenken Ihnen bunte Gute-Laune-Tage!
Preis pro Lookbook: 10 €, Bestellung unter: elkepanke@web.de

Foto-Lookbook "SichtWeise",
Texte: Elke Panke
Fotografien: Barbara Schwerdorf
Preis: 12 €, Bestellung unter elkepanke@web.de

Willi

Willi ist ein Mops, und Erika sein Frauchen. Die beiden sind unzertrennlich, also ein Herz und eine Seele. Für Erika ist Willi wie ein eigenes Kind. Was Erika für Willi bedeutet, weiß ich nicht so genau. Allerdings reagiert er wie ein kleines Kind, wenn Erika aus seinem Blickfeld verschwindet. Dann ist er beunruhigt und guckt, wo sie hingeht, ob sie sich noch in seinem Dunstkreis befindet, oder wo sie abgeblieben ist.
Erika verwöhnt Willi nach Strich und Faden … mit Streicheleinheiten, Auf-den-Schoß-nehmen, Leckerlis sowie mit Dingen, die man einem Hund eigentlich nicht erlauben sollte; jedenfalls würde ich Willi nicht in mein Bett lassen. Na ja, ich bin ja auch hundelos. Und ich werde für immer und ewig hundelos bleiben.
Willis Zunge ist lang, viel zu lang, und er lässt sie raushängen. Immer. Mich wundert, dass sie nicht austrocknet, krümelig wird und zerbröselt. Schlecken, schlabbern, lecken, sabbern - für das, was Willi mit seiner Zunge machen kann, gibt es viele Wörter. Das Sabbern allerdings finde ich als Hundelose eher eklig, aber dafür kann Willi nichts. Das ist mein Problem.
Natürlich sieht das ziemlich komisch aus, also das mit seiner Zunge. Aber es stört weder ihn selbst, noch sein Frauchen. Die meisten Leute sind sowieso von Willis Aussehen fasziniert und säuseln: „Oh, ist der süß!“ Dabei befindet sich Willi mit seinen siebeneinhalb Jahren bereits in einem stolzen Hundealter, wobei „stolz“ trifft auf Willi eher nicht zu. Willi ist ein richtiger Charmebolzen - zutraulich, verspielt, gutmütig, neugierig, intelligent, leider ziemlich verfressen und ein unverbesserlicher Opportunist. Wenn es heißt „streicheln oder naschen“, entscheidet sich Willi für ein Leckerli. Und für ein Leckerli von wildfremden Menschen, etwa in einem Café, lässt er sogar sein Frauchen links liegen. Dann setzt er sich direkt vor einen Menschen, der sich mit einem voll beladenen Tablett einen Platz in seiner Nähe ausgesucht hat (vorausgesetzt die Hundeleine reicht) und fixiert diesen mit seinem melancholischen Mopsblick bei schräg gehaltenem Kopf und leicht aufgestellten schwarzen Seidenöhrchen, wobei die Ähnlichkeit mit dem Gesichtsausdruck einer jungen Seerobbe überaus frappierend ist.
Ich mag Willi. Leider kann ich seinen bettelnden Blick nicht lange ertragen, und ich füttere ihn, wenn ich mich mit seinem Frauchen in einem Café treffe, mit Wurst, Käse, Schinken, Ei oder Frikadelle, so dass von meinem belegten Brötchen nicht mehr viel übrig bleibt ... außer dem Brötchen. Sein Frauchen schimpft dann mit uns: „Willi, kommst du wohl her! Sitz!“, heißt es dann, und Willi gehorcht nur zögernd, jedoch mit schuldbewusster Miene. Und ich verberge mein schlechtes Gewissen hinter einem schiefen Grinsen.
Überhaupt, Willis Mienenspiel ist faszinierend. Mittlerweile kann ich regelrecht in seinem Gesicht lesen wie in einem offenen Buch, und das, obwohl ich ihn erst seit einem Jahr kenne. Einerlei, ob er erwartungsvoll, schuldbewusst, bettelnd, zufrieden, wütend, traurig, gelangweilt oder einfach nur müde ist - ich verstehe ihn ... glaube ich zumindest.
Willi schleicht sich sogar nachts in meine Träume. Erst kürzlich träumte ich, dass ich ihm heimlich ein Stück Blutwurst mit Speck hinhielt, und dass Willi mit gierig aufgerissenem Blick und mit sabbernder Schnauze hochsprang und danach schnappte.
Wenn sein Frauchen ihn auf den Schoß hebt und mit ihm den Bauch krault, flüstert sie immer: „Du bist doch mein Liebster, mein liebes Willicken!“ - und Willi schnurrt dann wie eine Katze.
Willi wiegt elfeinhalb Kilogramm. Auch wenn sein Äußeres wohl nicht dem allgemeinen Schönheitsideal entspricht, so besitzt er doch eine wunderschöne Seele, und auch etwas, was für einen Mops untypisch ist: Charisma! Eines Tages konnte ich einfach nicht mehr widerstehen. Ich bat sein Frauchen, ihn auf meinen Schoß zu setzen. Gesagt, getan! Ängstlich umklammerte ich Willis dickes, festes Bäuchlein, denn ich wollte nicht, dass er mir womöglich vom Schoß rutscht. Jedenfalls durchströmte mich augenblicklich ein unglaubliches Glücksgefühl. Willi guckte ziemlich verdattert auf sein Frauchen. Sein deutliches Befremden angesichts des Schoßwechsels war aber nur von kurzer Dauer. Er schmiegte sich an mich, drehte sein Gesicht meinem entgegen und blickte mich aus seinen großen, treuherzigen, schläfrigen Augen an, und zwar so, als wolle er sagen: Was soll’s? Du bist mir auch Recht! Und ich seufzte: „Ach, mein Willicken!“

© Elke Panke
Über mich:

Geboren am 3.12.1957 in Moers (Kreis Wesel/Niederrhein). Erste Geschichten mit 12 Jahren, angeregt durch die Kurzgeschichten von Wolfgang Borchert. Früh zeigte sich mein Interesse an den unterschiedlichsten Weltanschauungen, aber erst im Jahre 2000 entfaltete sich mein Sinn für die Poesie des Lebens. Inzwischen habe ich über 600 Texte, Gedichte und Kurzgeschichten verfasst! Schreiben ist für mich nämlich mehr als eine Passion, es ist meine Profession. Mich inspirieren Menschen, ihre Gedanken, Gefühle, Geschichten sowie das alltägliche Leben, jedoch auch das Außergewöhnliche, das sich meist im vermeintlich Unscheinbaren offenbart. In meinen Büchern widme ich mich mit „Köpfchen und Biss“ den Ungereimtheiten und Unwegsamkeiten des alltäglichen Lebens, mit „Staunen und Herzblut“ natürlich auch seinen wundervollen Seiten. In meinen Gedichten, Texten und Geschichten darf sich der Leser/die Leserin verlieren und wiederfinden.
2002 Literaturpreis, Rheinberg
Veröffentlichungen in Zeitungen etc.
Interviews Bürgerfunk, Radio Kreis Wesel